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Country-Sänger Hank Williams jr.: Aussetzer bei Fox News

Foto: John Raoux/ AP

Analogie mit Hitler und Obama TV-Sender schasst Countrystar

Ein Lied von Hank Williams jr. ist in den USA fester Bestandteil der TV-Folklore beim "Monday Night Football". Doch jetzt hat der Sender ESPN den Song aus dem Programm genommen - weil der Country-Sänger sich mit einer Hitler-Analogie über Präsident Barack Obama geäußert hat.

Bristol - Football am Montagabend gehört zu den USA wie der Tatort am Sonntagabend zu Deutschland. Die National Football League (NFL) ist die mit Abstand beliebteste Profiliga des Landes, ihr Finale, der Super Bowl, regelmäßig eine der meistgesehenen Sendungen des Jahres.

Die TV-Sender reißen sich um NFL-Übertragungsrechte. Da können sie keine noch so kleine politische Unkorrektheit brauchen, die das familien- und werbekundenfreundliche Spektakel stört.

Genau damit muss sich nun der Sender ESPN auseinandersetzen. Er überträgt die Montagabendspiele, zu deren Vorberichterstattung seit Jahrzehnten auch ein Lied von Hank Williams jr. gehört. Höhepunkt beim Intro des Countrysängers ist die Zeile "Are you ready for some football?" (Seid ihr bereit für Football?).

Am Montag vor dem Spiel der Tampa Bay Buccaneers gegen die Indianapolis Colts war alles anders. Statt des Musikvideos bekamen die Zuschauer nur Spielszenen der Teams zu sehen. ESPN spielte Williams' Lied nicht, weil sich der Sänger am Morgen mit drastischen Worten über Präsident Barack Obama geäußert hatte.

Beim konservativen Sender Fox News sagte Williams, Obamas Ausflug auf dem Golfplatz mit dem Sprecher des Repräsentantenhauses, dem Republikaner John Boehner, sei "wie wenn Hitler mit Netanjahu Golf spielen würde". Obama hatte im Team mit Boehner im Juni ein Golf-Match gegen Vizepräsident Joe Biden und den Gouverneur von Ohio, John Kasich, gespielt.

Williams legte nach: Sie - Obama und sein Vize Joe Biden - seien "der Feind". Fox-Moderatorin Gretchen Carlson sagte: "Sie haben den Namen eines der meistgehassten Menschen der Welt benutzt, um den Präsidenten zu beschreiben." Williams: "Nun ja, das stimmt. Ich sag's Ihnen, wie es ist."

"Meine Analogie war extrem, aber ich wollte auf etwas hinaus"

Für ESPN waren diese Worte inakzeptabel: Der Sender verbannte Williams' Song aus dem Vorprogramm für das Spiel in Tampa Bay. "Hank Williams ist kein ESPN-Mitarbeiter", teilte das Unternehmen mit, "aber wir erkennen an, dass er durch den Einstieg bei 'Monday Night Football' mit unserer Firma eng verbunden ist." Man sei von den Äußerungen sehr enttäuscht und habe das Lied deswegen aus dem Programm genommen.

Es könnte sogar sein, dass Williams seine berühmte Frage zum letzten Mal im Fernsehen gestellt hat. Der Sender ließ offen, ob das berühmte Intro - seit 1989 ein Standard beim Football am Montagabend - wieder ins Programm aufgenommen werde.

Williams ließ indessen über einen Sprecher eine Mitteilung verbreiten: "Manche von uns haben starke Meinungen und werden oft missverstanden. Meine Analogie war extrem, aber ich wollte auf etwas hinaus." Er habe einfach erklären wollen, wie hanebüchen die Kombination Obama und Boehner sei. "Ich habe das Amt des Präsidenten immer respektiert." Wann immer die Medien die Tea-Party-Bewegung erwähne, werde sie als rassistisch und extremistisch dargestellt, und nie gebe es wegen dieser Vergleiche einen Aufschrei, so Williams.

Das Lied "All My Rowdy Friends Are Here on Monday Night" ist eine adaptierte Version von Williams' Hit "All My Rowdy Friends are Coming Over Tonight" von 1984. Für die Football-Version hat Williams vier Emmys gewonnen.

ulz/AP
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