Angelina Jolie Warum die Welt mehr "böse Frauen" braucht

Frauen, die sich gegen Ungerechtigkeiten auflehnen, haben es nicht leicht, schreibt Schauspielerin Angelina Jolie in einem Essay. Und erklärt, warum sie in früheren Zeiten wohl als Hexe verbrannt worden wäre.

Chris Pizzello/Invision/AP

Angelina Jolie engagiert sich schon seit Jahren für Frauenrechte und gegen sexuelle Gewalt. Nun hat sie einen Essay in der Zeitschrift "Elle" ihrem Herzensthema gewidmet und erklärt, warum "böse Frauen" eigentlich genau das Richtige tun.

Schon immer würden Frauen als gefährlich angesehen, die gegen das rebellierten, was von der Gesellschaft als normal angesehen werde, schreibt die Schauspielerin. "Hätte ich in früheren Zeiten gelebt, hätte ich viele Male auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden können, weil ich einfach ich selbst war." Denn früher hätten Frau als Hexen gegolten, die ein unabhängiges Sexleben hatten, ihre Meinung zu Politik oder Religion äußerten oder sich anders kleideten.

Auch heute ist die Situation Jolie zufolge oft gar nicht so anders: In vielen Ländern würden Frauen, die für Menschenrechte einstünden, als "abartig", "schlechte Mütter" oder "schwierig" bezeichnet. Dabei bezieht sie sich offenbar ebenso auf Frauen, die für politische Ämter kandidieren wie auf jene, die sich gegen weibliche Genitalverstümmelung einsetzen.

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Angelina Jolie: Schauspielerin und Aktivistin

"Böse Frauen" seien also lediglich Frauen, die der Ungerechtigkeit und des Missbrauchs überdrüssig seien. Diese Frauen riskieren Jolie zufolge vieles, sogar Inhaftierung, Todesstrafe oder von ihrer Familie verstoßen zu werden. Sie widersetzten sich Regeln, von denen sie nicht glaubten, dass sie das Beste für sie selbst und ihre Familien seien. "Wenn das Bösartigkeit ist", schreibt die 44-Jährige, "dann braucht die Welt mehr böse Frauen."

Allerdings müsse man auch daran denken, dass nicht jede Frau immer kämpfen wolle: "Wir wollen in der Lage sein, weich und fürsorglich, anmutig und liebevoll zu sein - nicht jede wird zum Kämpfen geboren." Eine mögliche Lösung: Frauen sollten sich gegenseitig unterstützen, so Jolie - und mit den "vielen großartigen Männern, die Frauen als Gleichberechtigte schätzen und respektieren" zusammenarbeiten.

bbr

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