Besuch in Kolumbien Angelina Jolie fordert mehr internationale Hilfe für Venezuela-Flüchtlinge

Millionen Venezolaner sind auf der Flucht. Dort geborenen Kindern droht nun zum Teil Staatenlosigkeit. Auf dieses Schicksal wies die UNHCR-Botschafterin Angelina Jolie bei einem Besuch in Kolumbien hin.

Angelina Jolie mit Kindern im kolumbianischen Riohacha (Region La Guajira)
REUTERS

Angelina Jolie mit Kindern im kolumbianischen Riohacha (Region La Guajira)


Die Schauspielerin Angelina Jolie hat die internationale Gemeinschaft aufgefordert, die drei südamerikanischen Länder stärker zu unterstützen, die den Großteil der Flüchtlinge aus dem krisengeschüttelten Venezuela aufnehmen.

Jolie äußerte sich am Samstag in Kolumbien in ihrer Funktion als Sonderbotschafterin des Hochkommissariats für Flüchtlinge der Vereinten Nationen (UNHCR). Auf einer zweitägigen Reise traf sie sich dort mit venezolanischen Migranten und mit dem kolumbianischen Präsidenten Ivan Duque in Cartagena.

Schauspielerin Angelina Jolie und der kolumbianische Präsident Ivan Duque im Gespräch
DPA

Schauspielerin Angelina Jolie und der kolumbianische Präsident Ivan Duque im Gespräch

Über vier Millionen Venezolaner sind vor der ökonomischen und humanitären Krise aus ihrer Heimat geflohen. Mehr als eine Million lebt nun in Kolumbien, wo sich öffentliche Stellen darum bemühen, für Unterbringung, Ernährung und medizinische Betreuung zu sorgen - in ohnehin armen Grenzregionen.

Die Eltern von im Ausland geborenen venezolanischen Kindern haben öfters Schwierigkeiten, die Geburt ihrer Kinder amtlich registrieren zu lassen - weil sie keinen Zugang zu den immer weniger werdenden Konsulaten Venezuelas haben oder weil ihnen keine Ausreisepapiere vorliegen. "Der Präsident und ich haben über die Gefahr der Staatenlosigkeit gesprochen, die über 20.000 venezolanischen Kindern droht", sagte Angelina Jolie bei einer Pressekonferenz.

Wie Präsident Duque sehe sie die Dringlichkeit, "dass die internationale Gemeinschaft Kolumbien, Peru und Ecuador stärker unterstützen müssen", sagte die 44-jährige Oscar-Preisträgerin: "Diese drei Länder tragen die Hauptlast an dieser Krise."

Im Gespräch mit Bewohnern von Riohacha im Nordosten des Landes
AFP

Im Gespräch mit Bewohnern von Riohacha im Nordosten des Landes

Auf dem Besuchsplan von Angelina Jolie stand auch ein mit UN-Mitteln erbautes Flüchtlingslager in der Region La Guajira im Nordosten Kolumbien. Dort traf sie Geflüchtete und sprach mit Hilfskräften.

feb/Reuters/AP



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