Brangelina-Scheidungsanwältin Laura Wasser Jolies Joker

Ihre Mandaten heißen Johnny Depp oder Britney Spears, nun verhandelt Laura Wasser das Ehe-Aus von Brangelina - es ist nicht ihr erster Auftrag von Jolie. Wer ist die Frau?

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Es gibt Berufe, mit denen selbst hochbegabte Vollprofis kaum zum Star werden können. Laura Wasser hat so einen Job: Wer die Scheidungsanwältin engagiert, setzt auf Diskretion und Sachverstand - und trotzdem ist die 48-Jährige inzwischen selbst eine Prominente. Denn kaum ein Kollege hat in den vergangenen Jahrzehnten so viele Berühmtheiten vertreten wie die Juristin aus Beverly Hills. Ihr neuester Fall: das Ende von Brangelina, derzeit das wohl hochkarätigste Scheidungsverfahren der Promi-Welt.

Angelina Jolie hat Wasser für ihre Scheidung von Brad Pitt engagiert. Der muss sich nun auf eine unerbittliche und erfahrene Gegnerin einstellen: Wasser vertrat etwa Britney Spears, als deren Ehe mit Tänzer Kevin Federline in die Brüche ging; Kim Kardashian, als diese sich nach 72 Tagen von Kris Humphries scheiden ließ; Heidi Klum, als die Ehe mit Sänger Seal am Ende war. Und zuletzt Schauspieler Johnny Depp im Scheidungs-Zoff mit seiner Kollegin Amber Heard.

Sehen Sie hier Wassers prominenteste Fälle im Überblick:

Jolie setzte bereits 2003 auf Wasser, als sie und ihr Kollege Billy Bob Thornton nach drei Jahren Ehe getrennter Wege gingen. Nun soll Wasser auch Jolies dritte Ehe in ihrem Sinne beenden.

Wie man professionell mit dem privaten Trubel weltberühmter Stars umgeht, hat Wasser als Absolventin der Spitzen-Universität Berkeley und der privaten Loyola Law School an erster Adresse gelernt. Ihr Vater, selbst Anwalt, hatte seiner Tochter diesen Werdegang früh vorgegeben. Ihre Mutter habe sie Rebecca nennen wollen, sagte Wasser 2010 dem US-Sender CNN, durchgesetzt habe sich jedoch der Vater: Er nannte sie Laura Allison Wasser - ihre Initialen lauten seitdem LAW, englisch für "Recht" oder "Gesetz".

1994 erhielt Wasser ihre Anwaltszulassung im Staat Kalifornien und trat seitdem in die Fußstapfen ihres Vaters, der die Kanzlei Wasser, Cooperman & Carter gründete und sie zu einer der erfolgreichsten Kanzleien für Familienrecht in Los Angeles ausbaute. Genau dort, in der Welt roter Teppiche und glamouröser Empfänge, ist Wasser für die Celebrity-Elite zur engen Verbündeten und manchmal auch erbitterten Gegnerin geworden - kaum eine Anwältin war am juristischen Prozedere so vieler hochkarätiger Trennungen beteiligt wie Laura Wasser.

Mit jedem Fall baute sie nicht nur ihre Erfahrung aus, sondern auch ihren Ruf als "Pitbull", wie sie wegen ihres sachlichen aber harten Vorgehens bisweilen genannt wird. Und darauf ist die Top-Juristin stolz, das belegt ihr 2013 erschienenes Buch: "Wie man sich scheidet, ohne die Familie zu zerstören oder bankrott zu gehen", heißt es im Untertitel. Als Therapeutin auftreten wolle sie aber nicht, sagte sie 2012 in einem Interview: "Was weiß ich schon? Ich habe zwei Kinder mit zwei verschiedenen Vätern, ich bin nicht diejenige, die Beziehungsratschläge geben sollte."

Dabei hat Wasser zu den klassischen Modellen von Ehe und Monogamie eine durchaus pointierte Meinung. "Ich bezweifle, dass die Menschen für ein ganzes Leben zusammenpassen oder monogam sein müssen", sagte sie 2012 dem "Interview Magazine". "Der problematische Aspekt einer Ehe ist, dass es ein vom Staat kontrollierter Vertrag ist, und ich möchte nicht, dass der Staat Kontrolle über meine persönlichen Angelegenheiten hat."

Wasser spricht wohl auch aus eigener Erfahrung: Die Trennung von ihrem spanischen Ehemann im Jahr 1993 bezeichnete sie als Einstieg in die Welt der Scheidungen und Rosenkriege; Wasser vertrat sich in dem Verfahren selbst vor Gericht. Auch ihre Eltern ließen sich scheiden, als Wasser 16 Jahre alt war, angeblich in aller Freundschaft. "Sie taten es so anmutig und gütig", sagt Wasser, "wir haben immer noch viele Familienveranstaltungen zusammen". Ihr Vater Dennis Wasser wurde auch beruflich zum Vorbild der Juristin, als er Stars wie Steven Spielberg, Tom Cruise, Mia Farrow, Jennifer Lopez, Alec Baldwin und Clint Eastwood vertrat.

Verhandlungen um astronomische Geldsummen, mehrere Häuser oder Privatjets gehören zu Wassers Alltag. Die hohen Einnahmen in der Entertainment-Industrie bedeuten für sie entsprechend hohe Gagen. Zur Klatschpresse soll sie einen direkten Draht haben, doch sie bemüht sich auch um einen klaren Kopf. Ihre Mandanten, sagt Wasser, machten harte Zeiten durch - daraus wolle sie kein Kapital schlagen.

Star-Allüren hat Wasser, die in Anwaltszeitschriften schon mehrfach in "Top 100" und "Top 50"-Rankings gelistet wurde, trotz allem nicht. "Wenn du eine Menge Berühmtheiten vertrittst, musst du dich daran erinnern, dass du keine Berühmtheit bist", sagte sie einmal: "Du bist die Anwältin. Es geht hier nicht um dein Leben." Überhaupt versuche sie, so selten wie möglich Visitenkarten zu verteilen. "Eigentlich habe ich überhaupt keine Karten bei mir - niemand will meine Karte im Portemonnaie seines Ehepartners finden."

Video: Auftritte eines Traumpaars

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mxw/dpa

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