Fotostrecke

Anna Chapman: Von der Spionin zur Pop-Ikone

Foto: SERGEI KARPUKHIN/ picture alliance / dpa

Anna Chapman "Agentin 00Sex" lässt ihren Namen schützen

Sie wurde als "Agentin 00Sex" und "Spionin 90-60-90" berühmt: Ihren eigenen Namen hat die Russin Anna Chapman nun beim Patentamt schützen lassen. Einem Bericht zufolge soll er künftig Geld bringen.

Anna Chapman

Moskau - Produkte mit prominenten Familiennamen sind in Russland äußerst beliebt. Eine Wodka-Sorte beispielsweise heißt "Putinka" - nach Regierungschef Wladimir Putin. Nun will auch Russlands prominenteste Ex-Agentin zur Marke werden: hat ihren Namen beim Patentamt in Moskau als Handelsbezeichnung schützen lassen, wie die Zeitung "Komsomolskaja Prawda" am Dienstag berichtete. Denkbar sind demnach etwa Hautcremes, Kinderpuppen oder Biersorten unter der Marke.

Die in Wolgograd, dem früheren Stalingrad, geborene Anna Wassiljewna Kuschtschenko trägt seit einer mittlerweile geschiedenen Ehe mit einem Briten ihren englischen Nachnamen.

Chapman war Ende Juni 2010 in den USA mit neun weiteren Mitgliedern eines Spionagerings enttarnt und festgenommen worden und Ende Juni in einem Agentenaustausch nach Moskau zurückgekehrt. Seither ist sie in ihrer Heimat zu einer Pop-Ikone aufgestiegen. Die 28-Jährige mit den schulterlangen roten Haaren hat eine eigene Personality-Show im Fernsehen, in der es um Übersinnliches geht.

Außerdem werden Chapman politische Ambitionen nachgesagt. Rund 70 Jahre nach der Schlacht um Stalingrad wird die Ex-Spionin in diesen Tagen zu Gedenkfeiern in ihrer Geburtsstadt erwartet. Russische Medien werten dies als Teil einer möglichen Kandidatur für die Staatsduma. Einige Veteranen kritisierten den geplanten Auftritt des "Glamour-Stars" jedoch, hieß es.

Im Dezember hatte Chapman bei der kremltreuen Jugendorganisation "Junge Garde" einen Auftritt. Als großer Unterstützer der früheren Kreml-Spionin gilt allen voran Regierungschef und Ex-KGB-Offizier Wladimir Putin. Als Agentin soll Chapman jedoch wenig erfolgreich gewesen sein: Nach Angaben russischer Medien funkte "Spionin 90-60-90" bis zu ihrer Enttarnung kein einziges US-Geheimnis nach Moskau.

siu/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.