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Anna Nicole Smith: Tragischer Tod eines Playmates

Foto: FRED PROUSER/ REUTERS

Anna Nicole Smiths Drogentod "Komm Baby, wir nehmen unsere Medizin"

Spritzen und verrußte Löffel im Bad, über ein Dutzend verschiedene Opiate auf dem Nachttisch: Laut den Aussagen von zwei Kindermädchen hat Anna Nicole Smith die letzten Monate vor ihrem Tod im Rausch verbracht. Zwei enge Vertraute sollen das Playmate mit den suchterzeugenden Medikamenten versorgt haben.

Los Angeles - Am Dienstag feierte Anna Nicole Smiths Tochter Dannielynn ihren vierten Geburtstag. Ihr ehemaliges Kindermädchen sagte zum gleichen Zeitpunkt vor einem Gericht in Los Angeles aus - und berichtete von den traurigen letzten Monaten der Mutter, die im Alter von nur 39 Jahren im Februar 2007 starb.

Quethlie Alexie war einer der letzten Zeugen in dem Prozess gegen drei Angeklagte, welche das Playmate mit gefährlichen und suchterzeugenden Medikamenten versorgt und letztlich ihren Tod mitverschuldet haben sollen: Smiths Anwalt und Vertrauter Howard K. Stern, die Psychiaterin Khristine Eroshevich und der Arzt Sandeep Kapoor. Alle drei plädieren auf nicht schuldig, beide Mediziner praktizieren derzeit weiter. Im Fall einer Verurteilung drohen den drei Angeklagten Haftstrafen von mehr als fünf Jahren.

Vor Gericht erinnerte sich das Kindermädchen nun an eine Szene, in der Howard K. Stern und Khristine Eroshevich gemeinsam mit Smith ins Bad gegangen seien. "Komm Baby, wir nehmen unsere Medizin", soll Stern gesagt haben. Zwar habe sie nicht mitbekommen, was hinter der geschlossenen Tür vor sich gegangen sei, sagte Quethlie Alexie. Als Smith jedoch wieder herauskam, sei sie völlig verändert gewesen. "Sie war wie betrunken", habe nicht laufen und nicht mehr richtig sprechen können und gelacht, so das Kindermädchen. Zudem habe sie häufig blutige Spritzen, Baumwollpads, Asche und manchmal einen verrußten Löffel mit einer Flüssigkeit im Badezimmer entdeckt.

Anna Nicole Smith sei vor ihrem Tod schwach gewesen, berichtete die Nanny weiter. Sie habe sich häufig übergeben müssen und habe sehr unter dem Tod ihres Sohnes Daniel gelitten, der im September 2006 gestorben war - an demselben Wochenende an dem sie von ihrer Tochter Dannielynn entbunden wurde.

Smith habe unter Schlaflosigkeit gelitten - so lange bis Eroshevich auftauchte. Von da an habe sie "den ganzen Tag" geschlafen. "Sie schlief mitten im Sprechen ein."

Ein zweites Kindermädchen, die mit Quethlie verwandte Nadine Alexie, berichtete, das ehemalige "Playboy"-Model habe zeitweise bis zu 18 verschiedene Medikamente genommen. Sie habe die Mittel aufgelistet, die Smith erhalten habe, sagte Nadine am Dienstag vor Gericht. Darunter seien mehrere Beruhigungsmittel und Opiate gewesen. Sie habe die Namen aus beruflichem Interesse notiert, weil sie damals eine Ausbildung als Pharmazie-Ingenieurin gemacht habe, so die Nanny.

Von ihrem Freund Howard K. Stern sei Smith regelmäßig gedrängt worden, von der Psychiaterin Khristine Eroshevich mitgebrachte Tabletten zu nehmen, erklärte das Kindermädchen weiter. Mitunter sei sie zu schwach gewesen, um ihr Baby zu halten.

Anna Nicole Smith war am 8. Februar 2007 in ihrem Hotelzimmer in Florida kollabiert und auf dem Weg ins Krankenhaus verstorben - laut Polizei an einer Überdosis Medikamente.

Smiths turbulentes Leben sorgte schon zu Lebzeiten für Schlagzeilen: 1992 zog sie sich für den "Playboy" aus und wurde ein Jahr später "Playmate des Jahres". In Deutschland wurde sie vor allem durch eine Dessous-Werbekampagne für H&M bekannt. Mit 26 Jahren heiratete sie den 89-jährigen Ölunternehmer und Milliardär Howard Marshall. Als er 14 Monate später starb, begann ein Rechtsstreit um sein Vermögen. Sollten Smiths Anwälte gewinnen, würde ihre Tochter Dannielynn das Vermögen erben.

ala/apn

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