Erneut schwangere US-Schauspielerin Anne Hathaway und die Unfruchtbarkeitshölle

"Es ist nicht für einen Film...": Anne Hathaway und ihr Ehemann erwarten ihr zweites Kind. Der Weg dorthin war schwer - und auch nach der Geburt dürfte es für die US-Schauspielerin anders sein als in anderen Ländern.

AFP PHOTO / ANGELA WEISS

Als Uno-Botschafterin für Frauen kämpft Anne Hathaway für bezahlte Elternzeit in den USA. Die Hollywood-Schauspielerin wird selbst auch bei ihrem zweiten Kind aber wohl wieder ohne auskommen müssen. Denn die 36-jährige "Ocean's 8"-Darstellerin ist wieder schwanger und eine Neuregelung ist nicht in Sicht.

Bis zur ersehnten zweiten Schwangerschaft war es für Hathaway auch "kein leichter Weg". Entsprechend stolz machte sie diese nun auch öffentlich: "Es ist nicht für einen Film...", schrieb die Darstellerin, die für ihre Rolle in der Musicalverfilmung "Les Misérables" 2013 einen Oscar gewann, auf Instagram. Sie postete dazu ein Bild, auf dem ihr Babybauch bereits gut zu sehen ist.

Zum richtigen Zeitpunkt schwanger?

Hathaway ist seit 2012 mit dem Schauspieler Adam Shulman verheiratet, ihr gemeinsamer Sohn Jonathan Rosebanks Shulman ist drei Jahre alt. Er wurde 2016 in Los Angeles geboren. Kurz nach der Geburt hatte Hathaway damals in einem Interview gesagt: "Irgendwie wurde von uns und allen amerikanischen Eltern erwartet, dass sie in weniger als drei Monaten ohne Einkommen wieder im Normalzustand angekommen sind", bemängelte sie. Auch wenn ihr als erfolgreicher Schauspielerin das leichter fallen dürfte als anderen Frauen: Geändert hat sich daran grundsätzlich nichts. In den USA bekommen Mütter bei der Geburt eines Kindes zwölf Wochen frei - unbezahlt.

Hathaway, die 2001 mit dem Film "Plötzlich Prinzessin" bekannt wurde, widmete die Nachricht ihrer erneuten Schwangerschaft auch "an alle, die durch die Unfruchtbarkeitshölle gehen und Schwierigkeiten bei der Empfängnis haben". Sie sollten wissen, dass es auch für sie nicht einfach gewesen sei - und schickt "eine Extraportion Liebe".

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US-Schauspielerin: Anne Hathaway und ihr Weg zum Babybauch

Probleme bei der Fortpflanzung können für viele Paare belastend sein. In Deutschland forderte deshalb ein wissenschaftliches Gremium zuletzt, die Regularien zur künstlichen Befruchtung zu ändern. Die Krankenkassen sollten die Kosten von Kinderwunschbehandlungen künftig komplett tragen, wenn diese medizinisch notwendig sind und es Erfolgsaussichten gibt.

Bei Anne Hathaway könnte nun sogar das Timing für die Schwangerschaft passen: Die Schauspielerin hat laut US-Medien die Dreharbeiten zu "Hexen hexen", einer Neuauflage des gleichnamigen Films aus den Neunzigern, abgeschlossen.

apr/dpa

insgesamt 8 Beiträge
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a.vollmer 25.07.2019
1. Ist das eine Nachricht wert?
Wir wissen doch alle, dass in libertären Gesellschaften wie den USA der Mensch nur "Human Resource" ist, ein Stück Funktionalität. Etwas, das in Europa bereits seit Anfang des 19. Jahrhunderts überwunden ist, als in Bayern die Sozialversicherung als Solidarmodell aus der Taufe gehoben wurde. Nur in den USA sind die Fortschritte nie angekommen, verharrt die Wirtschaft nicht erst seit Trump im Frühkapitalismus. Flächentarifverträge, Mitbestimmung, medizinisch fundierter Arbeitsschutz und Arbeitsstättenrichtlinien gibt es dort nur in Ansätzen auf Basis kommunaler Regelungen. Dort gilt als progressiv, was in Europa ein "alter Hut" ist.
seeyouin1982 25.07.2019
2. frau
Hathaway sollte sich mal mit einer alleinerziehenden Mutter in Elternzeit in Deutschland unterhalten. Ich wage mal zu behaupten, dass es einer amerikanischen Oscar-Schauspielerin gelingt, einige Monate ohne Millionengage zu überleben. Warum bringt Spon keinen Artikel über eine Mutter in Elternzeit aus der amerikanischen Mittelschicht?
James Blönd 25.07.2019
3.
Zitat von seeyouin1982Hathaway sollte sich mal mit einer alleinerziehenden Mutter in Elternzeit in Deutschland unterhalten. Ich wage mal zu behaupten, dass es einer amerikanischen Oscar-Schauspielerin gelingt, einige Monate ohne Millionengage zu überleben. Warum bringt Spon keinen Artikel über eine Mutter in Elternzeit aus der amerikanischen Mittelschicht?
Es ging ja nicht nur um die Kohle. Sondern darum, dass es offenbar nicht ganz einfach für sie war, schwanger zu werden. Meine (neue) Lebensgefährtin ist ebenfalls ein Celebrity aus Los Angeles. Da wir planen, eine Familie zu gründen, fand ich es schon erwähnswert, dass offenbar auch Stars 'alltägliche' Probleme haben. Was alleinerziehende Mütter, ob USA oder Deutschland, alles durchmachen dürfen, ist, glaube ich, allgemein bekannt. Meine Mutter war auch alleinerziehend mit fünf Kindern. Interessanter fände ich von daher, was US-Frauen aus der Mittel- oder Unterschicht erleiden müssen, wenn sie nicht schwanger werden. Sowohl vom gesellschaftlichen Standpunkt aus, aber natürlich auch ökonomisch. Ich kann mir vorstellen, dass man dort schnell ein kleines bis mittleres Vermögen los wird, bevor das Kind dann überhaupt erstmal geboren wurde.
mia_karlsson 25.07.2019
4.
Zitat von seeyouin1982Hathaway sollte sich mal mit einer alleinerziehenden Mutter in Elternzeit in Deutschland unterhalten. Ich wage mal zu behaupten, dass es einer amerikanischen Oscar-Schauspielerin gelingt, einige Monate ohne Millionengage zu überleben. Warum bringt Spon keinen Artikel über eine Mutter in Elternzeit aus der amerikanischen Mittelschicht?
Und warum darf sich eine Anne Hathaway nicht für bezahlte Elternzeit für alle einsetzen? Es gibt da so ein Wort, das heute leider immer mehr aus dem Sprachgebrauch verschwindet. Nennt sich Solidarität und ist ganz toll, wenn sich auch Leute, denen es nicht unbedingt schlecht geht, für die Verbesserung sozialer Zustände einsetzen.
bakiri 25.07.2019
5.
Sie kann zwar für bezahlte Elternzeit sein, darf aber nicht ihre Lebenssituation mit der normaler Familien vergleichen. Auch ohne Kinder geht sie nicht täglich arbeiten und hat ein geregeltes Einkommen. Ihr Lebenszyklus ist ganz anders, da könnte die "Elternzeit" ebenso gut eine normale einkommenslose Phase zwischen zwei Filmprojekten sein. Die Finanzierung von Fruchtbarkeitsbehandlungen durch die Kassen sehe ich als schwierig an. Es müsste genau geregelt werden, wann die Kasse die Kosten trägt. Vor allem der Grund für die Probleme muss ausschlaggebend sein. Bei Gesundheitsproblemen, Erbkrankheiten etc. ist eine Rechtfertigung schwierig. Auch wenn das unpopulär sein mag, oft gibt es medizinische bzw. biologische Gründe warum es nicht klappt. Da hat die Natur sich was bei gedacht, auch wenn das hart klingt und ist.
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