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02. April 2009, 10:06 Uhr

Anschlag auf Achtlingsmutter

Unbekannte werfen Kindersitz in Heckscheibe

Die als kalifornische Octomum bekannt gewordene Nadya Suleman sieht sich seit Wochen heftiger Kritik ausgesetzt. Jetzt scheinen ihre Gegner sogar handgreiflich zu werden: Unbekannte schleuderten einen Kindersitz durch eine Scheibe ihres Kleinbusses.

La Habra - Wie die Polizei berichtete, entdeckten Kindermädchen der 14-fachen Mutter bei Dienstantritt am Mittwochmorgen den Sitz. Er steckte in der zerborstenen Scheibe von Sulemans Kleinbus. Zwar habe eine Nachtschwester gegen drei Uhr morgens Lärm gehört und einen Lieferwagen davonrasen sehen. Sie habe aber nichts unternommen, hieß es.

Suleman, eine arbeitslose alleinstehende Mutter von 14 Kindern, geriet nach der Geburt der Achtlinge am 26. Januar in die öffentliche Kritik. Alle Schwangerschaften waren ihren Angaben zufolge das Ergebnis einer künstlichen Befruchtung.

Erst am Mittwoch war das siebte Baby aus der Klinik entlassen und in das neue Haus der Mutter in La Habra, einem Vorort von Los Angeles, gebracht worden. Der zwei Kilogramm schwere Junge Josiah Angel "trinkt aus der Flasche, nimmt zu und hat eine stabile Körpertemperatur", teilte ein Krankenhaussprecher dem Internet-Dienst "Usmagazine.com" mit.

Jeder weitere Tag sei ein "Meilenstein" im Leben der Achtlinge, sagte der betreuende Arzt Dr. Mandhir Gupta. Auch Jonah, das schwächste der acht Babys, mache gute Fortschritte, müsse aber möglicherweise noch einige Wochen im Krankenhaus bleiben. Seit Mitte März hat das Krankenhaus die Babys nach und nach in die Obhut der 33-jährigen Frau entlassen.

Erst in der vergangenen Woche war die ohnehin umstrittene Mutter erneut heftig kritisiert worden. Suleman schenkt ihren Babys laut Meinung von Beobachtern zu wenig Zeit und Beachtung. Sie sei mehr an den Medien als an ihren Frühchen interessiert und kümmere sich jeweils nur vor laufender Kamera um die Kleinen, warf ihr eine Krankenschwester der gemeinnützigen Organisation "Angels in Waiting" in einer amerikanischen Talkshow vor. Suleman hatte sich mit einigen Helfern der Organisation überworfen, sie entlassen und dann eigene Betreuerinnen angeheuert.

"Mit jedem Tag ist es ein bisschen einfacher", erzählte Suleman jetzt der US-Zeitschrift "People". "Ich lerne alle meine Kindermädchen kennen, und wir fangen an, wie ein Team zu arbeiten."

Suleman hatte kürzlich in einem Fernsehinterview eingeräumt, dass die Zeugung so vieler Babys möglicherweise ein Fehler war. Es war eine "irrationale" Entscheidung, die sie mit dem Herzen, aber nicht mit dem Kopf getroffen habe, sagte die alleinstehende Frau über eine weitere Fruchtbarkeitsbehandlung, nachdem sie bereits sechs Kinder mit Hilfe künstlicher Befruchtung zur Welt gebracht hatte. Sie wolle aber klarstellen, dass sie all ihre Kinder liebe.

ala/AP/dpa

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