Antisemitische Äußerungen Dior feuert Stardesigner Galliano

Wegen antisemitischer Pöbeleien steht John Galliano am Pranger, nun hat sein Arbeitgeber genug: Das französische Modehaus Dior will den Stardesigner entlassen. Zuvor hatte sich Oscar-Gewinnerin und Dior-Werbegesicht Natalie Portman von dem Briten abgewendet.

Reuters

Paris - Ständig wurden neue Vorwürfe bekannt, nun hat die Unternehmensleitung von Dior genug: Das französische Modehaus will seinen langjährigen Stardesigner John Galliano wegen dessen antisemitischer Pöbeleien feuern. Galliano habe sich "besonders abscheulich" verhalten, hieß es in einer Mitteilung. Daher bereite das Unternehmen die Kündigung vor.

Galliano soll in der vergangenen Woche im Pariser Szeneviertel Marais ein Paar bepöbelt haben und dabei auch antisemitisch ausfallend geworden sein. Er bestreitet die Vorwürfe. Kurz nach dem ersten Vorfall meldete ein weiteres Opfer antisemitische Beleidigungen Gallianos und reichte ebenfalls Klage ein. Zudem veröffentlichte die britische Zeitung "The Sun" ein Video, das den Designer bei einer antisemitischen Tirade in einem Pariser Bistro zeigt. Galliano sagt unter anderem: "Ich liebe Hitler."

Nach Bekanntwerden des Videos hat sich auch Oscar-Gewinnerin und Dior-Werbeträgerin Natalie Portman von Galliano abgewendet. Sie sei "tief schockiert und angewidert" heißt es laut "New York Times" in einer Mitteilung der Schauspielerin. "Angesichts dieses Videos, und als stolze Jüdin, werde ich nicht mehr mit Herrn Galliano in Verbindung stehen", so Portman. "Ich hoffe, dass diese schrecklichen Äußerungen uns zumindest daran erinnern, diese noch immer existierenden Vorurteile zu bekämpfen, die sich gegen alles Schöne richten."

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Portman über Galliano: "Tief schockiert und angewidert"
Portman, die für ihre Rolle im Ballettdrama "Black Swan" als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet wurde, wirbt für ein Parfum von Dior.

Der Galliano-Skandal überschattet auch die Pariser Prêt-à-Porter-Schauen für Herbst/Winter 2011/12, die am Dienstag begonnen haben. Galliano, gilt als exzentrischer Paradiesvogel der Modeszene. Er hat Dior seit 15 Jahren als Kreativdirektor zu glänzenden Umsätzen verholfen. Das Modehaus hatte ihn nach Bekanntwerden der Vorwürfe bereits am 25. Februar suspendiert.

hut/dpa/AFP

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