Antisemitismus-Vorwürfe Jolies Vater teilt gegen Cruz und Bardem aus

Penélope Cruz und Javier Bardem unterzeichneten einen Aufruf, der Israel im Gaza-Konflikt Völkermord vorwirft. Nun übt ein prominenter Kollege Kritik. Angelina Jolies Vater Jon Voight wirft dem Paar vor, zum Antisemitismus anzustiften.

REUTERS

Los Angeles - Jon Voight scheut kontroverse Statements nicht. Der Schauspieler, Vater von Angelina Jolie, gilt als Freund der Republikaner und im eher liberalen Hollywood schon deshalb als Ausnahme. Nun hat er sich erneut mit einer expliziten politischen Botschaft zu Wort gemeldet, der die "Jerusalem Post" zur Bemerkung veranlasste, der "Gaza-Krieg tobt in Hollywood".

Grund ist ein offener Brief Voights, den die Branchenblätter "Variety" und "Hollywood Reporter" veröffentlichten. "Mein Name ist Jon Voight und ich bin mehr als wütend", beginnt das Schreiben. Er sei tief betrübt, dass Leute wie Penélope Cruz und Javier Bardem in aller Welt zum Antisemitismus anstifteten und sich nicht des Schadens bewusst seien, den sie anrichteten.

Voight bezieht sich auf eine Facebook-Petition, in der Israel Völkermord vorgeworfen wurde. Zu den Unterzeichnern gehörten Cruz und Bardem. Als erste Kritik laut wurde, ließ Cruz eine Klarstellung verbreiten, um "nicht missverstanden zu werden" - davon lässt sich Voight aber nicht beruhigen.

Es folgt über mehrere Absätze Voights Beschreibung der Geschichte Israels, die nicht von jedem als ausgewogen angesehen werden dürfte. Schließlich wendet er sich dem vom Cruz und Bardem unterzeichneten Aufruf zu.

Anstatt das "einzige demokratische Land in der Region zu unterstützen", würden seine Kollegen "vergiftete Briefe veröffentlichen". Schließlich ermahnt Voight alle Unterzeichner des Aufrufs, in sich zu gehen. "Könnt ihr das Feuer des Antisemitismus auslöschen, das nun in aller Welt lodert?" Sie alle hätten eine große Verantwortung, ihre Berühmtheit für Gutes einzusetzen. Stattdessen hätten sie Israel diffamiert.

"Ihr solltet eure Köpfe in Scham senken. Ihr solltet alle zutiefst bedauern, was ihr getan habt, und um Vergebung der leidenden Menschen in Israel bitten."

Dass solche Worte von Voight kommen, überrascht nicht. Er hat sich zum konservativen Hardliner entwickelt, bezichtige im vergangenen Jahr in einem offenen Brief US-Präsident Barack Obama des Antisemitismus, weil dieser nicht genug für Israels Sicherheit tue.

"Deadline Hollywood" wirft die Frage auf, ob Voights polarisierende Äußerungen sich auf seine Chancen bei der Emmy-Vergabe auswirken könnten. Insofern hat Voight mit Cruz doch wieder etwas gemein. Die Zeitung "USA Today" befürchtete, dass Cruz' Karriere durch die Beteiligung an der Petition Schaden nehmen könnte.

ulz



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