Attacke auf Rihanna Geständnis rettet Chris Brown vor dem Knast

Späte Reue und ein rechtzeitiges Geständnis: Der Sänger Chris Brown hat sich nach monatelangem Leugnen nun zu der schweren Prügelattacke auf Popstar Rihanna bekannt. Damit entgeht der 20-Jährige einer Haftstrafe. Stattdessen: gemeinnützige Arbeit und mindestens 46 Meter Abstand zur Ex.


Los Angeles - Das Schuldbekenntnis kam überraschend, am Montag unmittelbar bevor Rihanna vor Gericht in Los Angeles aussagen sollte. Brown gab eine Erklärung ab, in der er die Körperverletzung einräumte - mit der Aussicht auf eine mildere Strafe. Das Geständnis ist Teil eines Deals mit der Staatsanwaltschaft, um einer drohenden Gefängnisstrafe zu entgehen.

Die Vereinbarung mit der Anklagebehörde sieht eine Bewährungsstrafe von fünf Jahren und zudem sechs Monate gemeinnützige Arbeit vor, wie Browns Anwalt Mark Geragos sagte. Zudem muss der R'n'B-Sänger eine Strafe zahlen und an einem Programm für Täter von häuslicher Gewalt teilnehmen.

Außerdem darf er Rihanna nicht mehr zu nahe kommen. Richterin Patricia Schnegg erließ eine Anordnung, wonach Brown und die 21-Jährige Sängerin einen räumlichen Abstand von mindestens 46 Metern einhalten müssen. Bei öffentlichen Ereignissen der Musikbranche gilt ein reduzierter Mindestabstand von neun Metern.

Der Musiker darf sich fünf Jahre lang nichts zuschulden kommen lassen. Bei Verletzung der Auflagen drohen ihm vier Jahre Haft.

Am 8. Februar hatte Brown im Streit so schwer auf seine damalige Freundin Rihanna eingeprügelt, dass die Sängerin ihren Auftritt bei der Grammy-Verleihung am darauffolgenden Tag absagen musste. Laut Ermittlungsbericht der Polizei schlug und biss Brown Rihanna und stieß ihren Kopf gegen das Fenster seines Autos.

Ein Bild kursiert im Internet, das die misshandelte Musikerin zeigen soll. Brown, der noch am 8. Februar verhaftet und wegen eines tätlichen Angriffs und krimineller Drohungen angeklagt worden war, hatte die Prügelattacke vor Gericht zunächst geleugnet. Inzwischen hat er sich aber öffentlich entschuldigt und gelobt, "mit Gottes Hilfe ein besserer Mensch zu werden".

Das Gericht akzeptierte die Abmachung zwischen Verteidigung und Staatsanwaltschaft, wird sein Urteil aber erst am 5. August sprechen.

Richterin Patricia Schnegg hielt dem Musiker zugute, dass er "Verantwortung" für sein Verhalten übernommen habe. Sie würde dem prominenten Angeklagten aber keine Vergünstigungen einräumen. "Ich will, dass Herr Brown wie jeder andere Angeklagte behandelt wird, der hier vor Gericht erscheint", sagte Schnegg. Der Rapper müsse bei der gemeinnützigen Arbeit beispielsweise auch Müll aufsammeln und Graffiti entfernen.

Rihanna war am Montag im Gericht anwesend. "Danke schön, euer Ehren", sagte die Sängerin, als die Richterin ihr das Strafmaß erklärte. Brown hatte den Saal zu diesem Zeitpunkt bereits verlassen.

siu/AFP/AP/dpa

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