Auftrittsverbot Haifa Wehbe - zu sexy für Bahrein

Ein libanesischer Superstar erhitzt die Gemüter in Bahrain. Haifa Wehbe wollte dort zum ersten Mal auftreten - und darf nicht. Begründung der Regierung: Die Sängerin gebärde sich zu freizügig, ihr Aufzug sei eine Beleidigung für den Islam.


Manama - Haifa Wehbe, 31, verkörpert das, was man gemeinhin als Männertraum bezeichnet: langes schwarzes Haar, große dunkle Augen, volle Lippen, üppige Oberweite, schwindelerregender Hüftschwung.

Die ehemalige "Miss Südlibanon" ist im Nahen Osten ein gefeierter Superstar. Doch zumindest Fans im Königreich Bahrein müssen auf ein Live-Konzert ihres Idols, das für kommenden Mittwoch angesetzt war, verzichten.

Per Parlamentsbeschluss wurde Haifa Wehbe ein Auftritt untersagt, berichtet der Sender BBC. Alle Abgeordneten des Parlaments von Bahrein bis auf einen stimmten für den Verbotsantrag. Und das, obwohl Konzertorganisatoren hoch und heilig versprochen hatten, dass die Sängerin sich entsprechend moderat kleiden werde.

Das Parlament glaubte den Beteuerungen nicht: Der libanesische Superstar gebärde sich zu anstößig, sexuell provokant und verletze "Sitte und Tradition" des Inselstaates.

Haifa Wehbes Image war ungeeignet, die Parlamentarier umzustimmen: Internet-Plattformen wie www.askmen.com oder das amerikanische "People"-Magazin plazieren das ehemalige Model nämlich auf ihren "Sexiest Women" Listen.

Im Königreich Bahrein, wo der Islam Staatsreligion ist, schreitet der Staat auch ein, wenn das TV-Unterhaltungsprogramm als zu liberal empfunden wird.

Vor einigen Jahren erst zwang das Parlament den Sender MBC, seine Produktion der arabischen Version von "Big Brother" unverzüglich abzubrechen. Das Format beleidige die "Tugenden und Traditionen der arabischen Welt."

Jetzt trifft der Bann auch Haifa Wehbe. Einer der Parlamentarier nannte die 31-Jährige eine "lüsterne Sängerin, die mit ihrem Körper, aber nicht mit ihrer Stimme spricht."

taf



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