Zeitzeugin des Holocausts Esther Bejarano ist tot

Esther Bejarano ist am Samstagmorgen mit 96 Jahren verstorben. Sie überlebte das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau und setzte sich jahrzehntelang für Verfolgte des Naziregimes und gegen Neonazis ein.
Esther Bejarano: Aktiv gegen Neonazis

Esther Bejarano: Aktiv gegen Neonazis

Foto: Axel Heimken / picture alliance / dpa

Erst in diesen Tagen wurden Konzerte und Gespräche mit ihr abgesagt, bis in ihr hohes Alter war sie aktiv. Am Samstagmorgen ist Esther Bejarano mit 96 Jahren in Hamburg verstorben. Das gab Meron Mendel, Direktor der Bildungsstätte Anne Frank, per Twitter bekannt. Die Jüdin hatte das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau überlebt und setzte sich für die Verfolgten des Naziregimes ein. Sie trat im Internationalen Auschwitz-Komitee und als Sängerin auf.

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Die 1924 in Saarlouis geborene Bejarano war im April 1943 als Jüdin ins KZ Auschwitz gebracht worden. Dort spielte sie Akkordeon im Mädchenorchester des Lagers, das täglich den Marsch der Arbeitskolonnen durch das Tor begleitete. Im November 1943 kam sie in das KZ Ravensbrück und wurde als Zwangsarbeiterin im Siemenslager verpflichtet. Bei einem der berüchtigten Todesmärsche der KZ-Häftlinge konnte sie 1945 fliehen. Nach dem Krieg emigrierte sie nach Palästina/Israel und kehrte 1960 mit ihrer Familie nach Deutschland zurück. Seitdem wohnte sie in Hamburg.

Bejarano schloss sich der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten an. 1986 gründete sie das Auschwitz-Komitee für die Bundesrepublik Deutschland, das Bildungsreisen in Konzentrationslager, Zeitzeugengespräche in Schulen und Veranstaltungen gegen das Vergessen organisiert. Als Sängerin stand sie seit 2009 vor allem mit der Rapgruppe Microphone Mafia aus Köln auf der Bühne.

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