Barack Obama "So sieht ein Feminist aus"

US-Präsident Barack Obama hat seinen 55. Geburtstag im Kreis der Familie gefeiert. Nebenher erklärte er, wie er seinen Töchtern ein Vorbild sein möchte.

REUTERS

Es ist sein letzter Geburtstag als US-Präsident, doch statt mit einem rauschenden Empfang hat Barack Obama seinen Ehrentag mit dem verbracht, was Staatschefs nun mal so machen. Briefing im Pentagon, Stellung zum IS-Terror beziehen, zum Zika-Virus - und, mal wieder, zu Donald Trump.

Ehefrau Michelle postete einen ganz persönlichen Glückwunsch via Social Media, frei übersetzt: "Jetzt ist er 55 Jahre jung, und dieses Lächeln verzaubert mich noch immer."

Abends dann ein Essen mit der Familie beim Italiener in Georgetown, bevor es in den Sommerurlaub geht. Welche Geschenke Obama bekommen hat? Man weiß es nicht. Auf jeden Fall hat er seinen Töchtern eins gemacht. Passend zum 55. Geburtstag veröffentlichte der US-Präsident im Magazin "Glamour" einen Essay mit dem Titel "So sieht ein Feminist aus", darunter ein Porträt von sich aus jüngeren Jahren.

"Michelle und ich haben unsere Töchter dazu erzogen, das Wort zu ergreifen, wenn sie Doppelmoral sehen oder denken, dass sie wegen ihres Geschlechts oder ihrer Rasse unfair behandelt werden", schreibt Obama. "Es ist wichtig für sie, Vorbilder in der Welt da draußen zu haben, die alles in ihrem Feld erreichen. Und ja, es ist wichtig, dass ihr Papa ein Feminist ist, denn jetzt erwarten sie das von allen Männern."

Der Feminismus sei in den letzten 100 Jahren weit gekommen, doch es läge noch ein langer Weg vor ihm. Stereotype würden Männer und Frauen nach wie vor in festgelegte Rollenbilder pressen. "Wir wissen, dass diese Stereotype beeinflussen, wie junge Mädchen sich selbst sehen. Sie führen dazu, dass sie sich fühlen, als seien sie weniger Wert, wenn sie nicht ein bestimmtes Aussehen oder Verhalten haben."

Als Vater zweier Töchter sehe er klarer, welchen großen Einfluss diese gesellschaftlichen Konstrukte auf Kinder hätten. Die Verantwortung, den alltäglichen Sexismus gegenüber Frauen zu bekämpfen, läge bei allen, auch den Männern.

Bei allen Kämpfen sehe er besonders die Kandidatur von Hillary Clinton als Zeichen des Wandels. "Egal, welche politischen Ansichten du hast, dies ist ein historischer Moment für Amerika", schreibt Obama. "Und es ist nur ein weiteres Beispiel dafür, wie weit Frauen auf ihrem langen Weg zur Gleichberechtigung gekommen sind."

"Alle unsere Töchter und Söhne sollen sehen, dass das auch ihr Erbe ist", schließt Obama. Es gehe nicht nur um die "Benjamins", sondern auch um die "Tubmans" erklärt Obama in Anspielung auf die Gleichsetzung von Benjamin Franklin mit den 100-Dollar-Noten und die schwarze Menschenrechtlerin Harriet Tubman, die bald den 20-Dollar-Schein zieren soll.

Sein Geschenk für die Töchter Sasha und Malia schließt Barack Obama mit den Worten: "Im Feminismus des 21. Jahrhunderts geht es um eine Idee: Wenn alle gleich sind, sind wir alle freier."

Im Video: Ein Ständchen für den US-Präsidenten

cnn



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