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01. August 2014, 15:20 Uhr

Angeblich von Polizei-Helikopter verfolgt

Baumgartners Irrflug

Felix Baumgartner ist mit einem Helikopter in die Kontrollzone des Münchner Flughafens geraten - offenbar ohne Genehmigung. Ein Polizeihubschrauber soll die Verfolgung aufgenommen haben. Nun droht dem Extremsportler ein Bußgeld.

München - Das Navigationssystem fiel aus, die Fernsicht war schlecht: Deshalb ist Felix Baumgartner nach eigenen Angaben in die Kontrollzone des Verkehrsflughafens München geraten - nicht als Stratosphären-Springer, sondern am Steuer eines Helikopters. "Und dann geht es recht schnell, dass man in der Kontrollzone drinnen ist", sagte der Extremsportler den "Salzburger Nachrichten". Es sei aber nichts passiert. "Es musste kein Flugzeug umgeleitet werden."

Ganz so entspannt sah die Polizei den mutmaßlichen Irrflug, den die Deutsche Flugsicherung bestätigte, offenbar nicht. Ein Polizeihubschrauber sei ihm nachgeflogen, sagte Baumgartner der Zeitung weiter. "Das habe ich erst später bemerkt." Dann sei er per Funk zur Landung auf dem Salzburger Flughafen aufgefordert worden. Dort habe ein Beamter seine Personalien aufgenommen und sei dann weitergeflogen.

Welche Konsequenzen nun drohten, wisse er nicht, sagte Baumgartner den "Salzburger Nachrichten". "Angst, die Lizenz zu verlieren, habe ich aber nicht."

Das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung ist offenbar nicht erfreut über den Irrflug. Zwangsläufig komme es in so einem Fall zu einer Flugbeeinträchtigung, sagte eine Sprecherin zu SPIEGEL ONLINE. Schlimmstenfalls sei für die Ordnungswidrigkeit ein Bußgeld von 50.000 Euro fällig.

Dass Baumgartner eine solche Ordnungswidrigkeit begangen hat, steht allerdings noch nicht fest. Theoretisch hätte er in die Kontrollzone fliegen dürfen - wenn er eine Freigabe durch einen Fluglotsen eingeholt hätte. Offenbar lag eine solche Genehmigung aber nicht vor, sagte die Sprecherin des Aufsichtsamts weiter. Zurzeit sammelt die Deutsche Flugsicherung die Daten zu dem Fall. Sie sollen in den kommenden Tagen ausgewertet werden.

Baumgartner hatte im Oktober 2012 einen Weltrekord aufgestellt. Damals war er 39 Kilometer über der Erde aus einer Kapsel gesprungen und mit bis zu 1342 Kilometern in der Stunde zu Boden gerast. Dabei durchbrach er als erster Mensch im freien Fall die Schallmauer.

wit/vks

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