Bedrohte Tiere Brigitte Bardot kämpft für die Schweine Ägyptens

Schauspielerin Brigitte Bardot will die Schweine Ägyptens retten. Die engagierte Tierschützerin kämpft einer Zeitung zufolge gegen den Beschluss des Landes, Hunderttausende Tiere wegen der Schweinegrippe zu töten.


Kopenhagen - Brigitte Bardot hat sich an Präsident Hosni Mubarak persönlich gewandt: Die französische Schauspielerin und Tierschützerin forderte den Staatschef schriftlich auf, den Beschluss der Behörden seines Landes zur Tötung sämtlicher Schweine aufzuheben, wie die dänische Zeitung "Ekstra Bladet" berichtet. Es geht um bis zu 400.000 Tiere, die als Vorsichtsmaßnahme gegen die Schweinegrippe gekeult werden sollen. Die Massentötung hat am Donnerstag bereits begonnen.

Schauspielerin Bardot: Sie schrieb Präsident Mubarak einen empörten Brief
REUTERS

Schauspielerin Bardot: Sie schrieb Präsident Mubarak einen empörten Brief

Bardot, 74, schrieb, es sei ausgesprochen feige, die Berichte über die in Mexiko ausgebrochene Schweinegrippe als Vorwand für eine Kampagne zur Ausrottung der Schweine in Ägypten zu benutzen. Zum einen gebe es keinerlei Beweis dafür, dass die Grippe von Schweinen auf Menschen übertragen werde. Zum anderen verdienten besonders arme Ägypter mit der Schweinehaltung ihren Lebensunterhalt.

In Ägypten, dem größten arabischen Land der Welt, werden Schweine hauptsächlich von der christlichen Minderheit gezüchtet. Nach den muslimischen Speisevorschriften gelten Schweine als unrein. Ihr Verzehr ist verboten.

Lebensgrundlage von Bauern bedroht

Durch die Massentötung der Tiere sehen viele ägyptische Bauern ihre Existenz bedroht. "Sie haben uns zerstört", sagte die 21-jährige Hanan Ahmed der Nachrichtenagentur Reuters. Bei der Beschlagnahmung von Schweinen seien die Behörden äußerst aggressiv vorgegangen. "Sie haben uns die Tiere weggenommen und uns und die Schweine geschlagen." Für den Verlust ihrer 25 Schweine habe ihre Familie keine Entschädigung bekommen, sagte Ahmed.

Anderswo im Lande versuchten Bauern ihre Schweine vor den Behörden ohne Erfolg auf einem Friedhof zu verstecken. Die Tiere wurden entdeckt und vor Ort gekeult.

Der Entschluss der Regierung, die Tiere zu töten, ist auch von den Vereinten Nationen scharf kritisiert worden. Aus ihrer Sicht ist die Aktion "ein großer Fehler", da der neue Virusstamm, eine Mischung aus Schweine-, Vogel- und Menschenviren, noch nicht in Schweinen nachgewiesen wurde.

ase/ddp/Reuters



© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.