Promi-Flugdaten-Affäre Britische Datenschutzbehörde ermittelt

Eine Mitarbeiterin der Fluglinie Virgin Atlantic soll die Reisedaten von mehr als 70 Promis an eine Paparazzi-Agentur weitergeben haben - darunter Kate Winslet, Daniel Radcliffe und Madonna. Jetzt recherchiert die britische Datenschutzbehörde in dem Fall.

Madonna: Eine Frau soll Paparazzi verraten haben, wann sie in welchem Flugzeug saß
Getty Images

Madonna: Eine Frau soll Paparazzi verraten haben, wann sie in welchem Flugzeug saß


London - Woher wissen Paparazzi nur immer, wo Sienna Miller gerade steckt? Oder Madonna? Oder Robbie Williams? Unter anderem durch eine Mitarbeiterin der Fluglinie Virgin Atlantic. Am Donnerstag berichtete die britische Zeitung "The Guardian", dass sie Flugdetails von Prominenten an eine Fotoagentur weitergegeben haben soll. Nun ermittelt die britische Datenschutzbehörde ICO in dem Fall, wie sie am Samstag mitteilte.

"The Guardian" zitiert aus einer Stellungnahme der Behörde: "Die ICO nimmt alle Verstöße gegen das Datenschutzgesetz ernst." Jede Organisation, die persönliche Daten verarbeite, müsse sicherstellen, dass sie die Gesetze einhalte. Sie würden nun weitere Informationen einholen und danach entscheiden, ob und wie sie in dem Fall tätig werden.

Die Flugdetails soll die Frau zuletzt im vergangenen Jahr an die Bildagentur Big Pictures weitergegeben haben, deren als aggressiv geltende Fotografen Prominenten in aller Welt auflauern. Dem "Guardian" liegen E-Mails an die Agentur vor: "Sie sitzen in der Economy!!!!!", soll sie beispielsweise geschrieben haben; gemeint waren Sacha Baron Cohen und seine Frau, die Schauspielerin Isla Fisher.

Mitarbeiterin hat inzwischen gekündigt

Inzwischen sollen mehr als 70 Prominente betroffen sein, darunter Prinzessin Beatrice, Charlize Theron, Kate Winslet, Daniel Radcliffe, Madonna und Serena Williams. Die Fluglinie hat die Namen der Prominenten bislang nicht bestätigt.

Sie sagte nur: "Wir nehmen die Vorwürfe sehr ernst." Sie haben eine Untersuchung eingeleitet. Bei der Frau handele es sich um eine Nachwuchskraft. Sie bestreitet die Vorwürfe, hat aber inzwischen ihren Job aufgegeben.

Erst kürzlich hatte ein Skandal um die Privatsphäre von Prominenten Großbritannien erschüttert. Die britische Boulevard-Zeitung "News of the World" hatte über mehrere Jahre Handys von Prominenten und Bürgern abhören lassen, um in den Besitz exklusiver Informationen zu gelangen. Medienmogul Rupert Murdoch zog die Konsequenzen und stellte das Blatt ein.

fln/dpa

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