Vaterschaft von Ex-König Albert II. Gerichtsurteil macht Frau zur belgischen Prinzessin

Seit Jahren kämpft Delphine Boël um die Anerkennung als leibliche Tochter des belgischen Ex-Königs Albert II. Jetzt hat ein Gericht in ihrem Sinne entschieden: Boël ist Prinzessin von Sachsen-Coburg-Gotha.
Delphine Boël im Dezember 2019 vor Gericht

Delphine Boël im Dezember 2019 vor Gericht

Foto: Dirk Waem / dpa

Nach jahrelangem Vaterschaftsstreit mit dem früheren König Belgiens, Albert II., hat das zuständige Brüsseler Gericht endgültig im Sinne der Künstlerin Delphine Boël entschieden. Die 52-Jährige ist damit von nun an offiziell Prinzessin von Belgien.

Der Anwalt Boëls bestätigte das Urteil. Er sagte, seine Mandantin sei "vollkommen zufrieden." Er ergänzte, ein Sieg in einem Rechtsstreit könne "niemals die Liebe eines Vaters ersetzen", aber zu einem "Gefühl von Gerechtigkeit" beitragen.

Auch ihre beiden Kinder Joséphine und Oscar würden Prinzessin beziehungsweise Prinz. Boël selbst nehme den Nachnamen ihres Vaters an: Sachsen-Coburg-Gotha.

Albert bestritt Affäre

Der Entscheidung des Gerichts war ein jahrelanger Gerichtsstreit vorausgegangen. Bereits 1997 hatte die Künstlerin Boël behauptet, die uneheliche Tochter des Monarchen zu sein. Nach ihrer Darstellung hatten ihre Mutter und Albert vor Jahrzehnten eine längere Affäre, was Albert stets bestritten hatte. Im Januar lenkte er nach jahrelangem Rechtsstreit ein und gestand die Vaterschaft. Das Gericht hatte zuvor entschieden, dass er sich einem Test unterziehen müsse.

Nach der letzten Anhörung am 10. September hatte das Berufungsgericht seine Entscheidung eigentlich für den 29. Oktober angekündigt.

Boël wurde 1968 als Tochter der belgischen Adeligen Sybille de Sélys Longchamps geboren. Boël machte sich als Künstlerin unter anderem mit Pappmaché-Figuren einen Namen.

bah/dpa/Reuters/AFP