Parole bei Demonstration Israel verurteilt antisemitische Äußerung des Models Bella Hadid
Bella Hadid bei einer New Yorker Modenschau im April
Foto: James Devaney / GC Images / Getty ImagesDer eskalierende Nahostkonflikt polarisiert weit über die Region hinaus. Immer wieder äußern sich auch Prominente zu der Auseinandersetzung zwischen Israels Militär und der palästinensischen Terrororganisation Hamas.
Das Model Bella Hadid machte auf ihrem Instagram-Kanal bereits mehrfach ihre Unterstützung für die Palästinenser öffentlich. Die 24-Jährige bezeichnet sich dort selbst als »palästinensisch & niederländisch«, ihr Vater ist palästinensischer Abstammung. Bei einem Protestzug in den USA hat sich das Model nun offenbar antisemitisch geäußert.
In einem Video von der Demonstration rufe Hadid gemeinsam mit anderen dazu auf, »die Juden ins Meer zu werfen« – so schreibt es zumindest der offizielle Twitteraccount des israelischen Staates und kommentiert: »Schande über dich!«.
Klar vernehmbar skandieren die Protestteilnehmerinnen und -teilnehmer in dem Video zumindest den Spruch »From the river to the sea, Palestine will be free« (auf Deutsch etwa: »Vom Fluss bis zur See soll Palästina frei sein«). Die Parole wird nach israelischen Angaben von Gruppen benutzt, die Israel das Existenzrecht absprechen, wie der staatliche Account Stunden später in einem zweiten Tweet zu dem Video schrieb.
When celebrities like @BellaHadid advocate for throwing Jews into the sea, they are advocating for the elimination of the Jewish State.
— Israel ישראל (@Israel) May 16, 2021
This shouldn't be an Israeli-Palestinian issue. This should be a human issue.
Shame on you.#IsraelUnderAttack pic.twitter.com/PJQHT90cNy
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Prominente wie Bella Hadid würden mit derartigen Äußerungen »die Vernichtung des jüdischen Staates« befürworten, so die israelische Seite, die den Account des Models im ersten Tweet direkt verlinkte. Hadid reagierte auf Twitter zunächst nicht auf die israelische Kritik. In einem Text zu den Bildern von den Protesten schrieb sie: »Es ist ›Freies Palästina‹, bis Palästina frei ist«.
In einem älteren Beitrag hatte sie sich noch von antisemitischen Äußerungen distanziert: »Ich möchte das ganz klar sagen. Hass von beiden Seiten ist nicht in Ordnung – ich werde das nicht dulden. Ich werde nicht zulassen, dass Menschen schlecht über jüdische Menschen reden. Es geht hier um Menschlichkeit und nicht um Religion«, schrieb Hadid damals.
Das Model hatte 2019 bereits mit einem Instagram-Post für Aufregung gesorgt. Darauf war ein Schuh zu sehen, der scheinbar auf die Flaggen Saudi-Arabiens und der Vereinigten Arabischen Emirate tritt. Nach Veröffentlichung des Schnappschusses warfen ihr Menschen aus beiden Ländern Rassismus vor. Hadid bezeichnete das Foto später als »Fehler«.
Auch in Deutschland hatte es in Verbindung mit der angespannten Lage im Nahen Osten zuletzt antisemitische und judenfeindliche Proteste gegeben. Teilnehmer hatten unter anderem antisemitische Parolen skandiert, zudem wurden Israelflaggen angezündet und Synagogen attackiert. Israels Botschafter in Berlin, Jeremy Issacharoff, zeigte sich besorgt und bezeichnete die Bilder als »verstörend«.
Anmerkung der Redaktion: Wir haben die Passage zu den Tweets überarbeitet und um den zweiten Beitrag des israelischen Twitter-Accounts ergänzt.