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Ruby Rubacuori: "Berlusconi kämpft gegen die Einsamkeit"

Foto: GIUSEPPE ARESU/ AFP

Berlusconis Partygirl Ruby schmiedet Heiratspläne

Die 18-jährige Nachtclubtänzerin Ruby, die im Zentrum des Sexskandals um Silvio Berlusconi steht, will jetzt heiraten. Allerdings nicht, ohne dem italienischen Regierungschef noch einen ordentlichen Seitenhieb mitzugeben.

Rom - Karima al-Mahroug alias Ruby Rubacuori, Schlüsselfigur im Sexskandal um Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi, schmiedet Heiratspläne. Die Marokkanerin will nach eigenen Angaben in drei Wochen heiraten. Zunächst wollten sie und ihr Verlobter Luca Rizzo sich standesamtlich trauen lassen, im Juni dann folge die kirchliche Trauung, sagte die 18-Jährige am Mittwoch der Lokalausgabe der Zeitung "Repubblica" von Genua.

Nach ihrer Hochzeit wolle sie wieder zur Schule gehen, ihr Abitur machen und fest in Genua leben, sagte sie weiter. Ihr altes Leben als Ruby Rubacuori ("Herzensdiebin") wolle sie auf keinen Fall zurück.

Berlusconi wird verdächtigt, bei Partys in seinen Anwesen das damals minderjährige Callgirl für Sex bezahlt zu haben und im vergangenen Mai sein Amt missbraucht zu haben, um Rubys Freilassung zu erwirken, als diese wegen Diebstahlverdachts in Polizeigewahrsam war. Beide weisen die Vorwürfe zurück.

Sie bedauere, an den als wüst beschriebenen Partys in einer Villa des 74-jährigen Berlusconi mitgemacht zu haben. "Noch einmal würde ich das nicht tun", sagte sie zu den Treffen.

"Berlusconi kämpft gegen die Einsamkeit"

Zu Berichten, Berlusconi habe einen ganzen "Harem" an jungen Frauen unterhalten, sagte die 18-Jährige dem Blatt: "Er ist allein und kämpft gegen die Einsamkeit - ein wenig, wie ich das auch gemacht habe." Sie habe ihren Vater finanziell unterstützt, um seine Zuneigung zu bekommen, Berlusconi zahle für die Zuneigung junger Frauen, sagte sie.

Mailänder Staatsanwälte gehen von sexuellen Beziehungen mit etlichen bezahlten Frauen auf Partys bei Berlusconi aus. Nach ihren Unterlagen war die Marokkanerin Ruby eine von mehreren damals noch nicht volljährigen Teilnehmerinnen. In Italien ist Prostitution mit Minderjährigen strafbar. Berlusconi und Ruby haben beide bestritten, Sex miteinander gehabt zu haben.

Von einem möglichen Prozess habe sie nichts zu befürchten, meinte die junge Frau: "Ich bin nur Zeugin." Sie wisse auch nicht, ob Berlusconi sich in einem eventuellen Verfahren werde retten könne: "Das ist seine Sache."

An diesem Donnerstag will das Abgeordnetenhaus in Rom entscheiden, ob die Staatsanwälte Zugriff auf Unterlagen erhalten, die Berlusconis Finanzverwalter geführt haben soll. Darin geht es dem Vernehmen nach um Zahlungen an Ruby und andere Frauen, die bei den Partys mit von der Partie waren.

Berlusconi weist alle Anschuldigungen zurück. Für Sex habe er niemals bezahlt, so der konservative Regierungschef, von dem sich neben dem Industrieverband und bislang neutralen Medien auch die katholische Kirche distanziert hat. Der Ministerpräsident hat dennoch wiederholt Aufforderungen zum Rücktritt zurückgewiesen.

Viele Italiener halten gleichwohl zu ihm. "Berlusconi bleibt eben immer Berlusconi, und er bleibt uns auch erhalten", sagt ein Taxifahrer. Die Opposition spricht hingegen von der "vergogna". Von der Schande also, die der Medienzar mit den ständigen Affären über das Land gebracht habe.

jjc/dpa
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