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Bettina Wulff: Eine Frau geht in die Defensive

Foto: Wolfgang Kumm/ dpa

Auftritte abgesagt Bettina Wulff geht in Deckung

Eine Frau geht in die Defensive: Bettina Wulff hält der Kritik an ihrem omnipräsenten Comeback nicht stand. Einem Zeitungsbericht zufolge soll sie TV-Auftritte, Lesereisen und Signierstunden abgesagt haben - angeblich auf Drängen ihres Ehemannes.

Hamburg - Die PR-Maschinerie lief in vollem Gange: Bettina Wulff bewirbt ihre Biografie "Jenseits des Protokolls" auf allen Kanälen. Zeitgleich erschienen drei Exklusiv-Interviews, die ehemalige Bundespräsidenten-Gattin lächelt vom aktuellen Cover von "Stern", "Bunte" und "Gala". Für die kommende Woche war sie als Gast in TV-Talkshows angekündigt, eine Lesereise stand bevor, bei Signierstunden hätten Leser die Möglichkeit gehabt, die 38-Jährige persönlich kennenzulernen.

Laut "Bild am Sonntag" sagte Bettina Wulff jedoch den für Dienstag geplanten Auftritt in der ARD-Talkshow "Menschen bei Maischberger" ab. Gründe dafür waren demnach das Drängen ihres Ehemannes sowie "Furcht vor weiteren öffentlichen Anfeindungen".

Zuvor hatte sie bereits einen Auftritt in der Talkshow "3nach9" von Radio Bremen gecancelt. Bettina Wulff steht "Bild am Sonntag" zufolge auch nicht für Lesereisen und Signierstunden in Buchhandlungen zur Verfügung. Andere TV-Auftritte sind bis auf weiteres ebenfalls nicht geplant.

Die Defensiv-Haltung kommt überraschend. "Mich immer kontrollieren zu müssen, jeden Gesichtsausdruck, jedes Handeln, das war und ist mir äußerst befremdlich. Ich weiß, dass viele finden, dies sei der Preis, wenn man in der Öffentlichkeit steht. Dafür hätte man ja auch viele Vorteile. Aber ich habe das alles nicht geplant. Hätte ich meinen Mann nicht kennengelernt, dann wäre mein Leben sowieso anders verlaufen", sagte Bettina Wulff im Interview mit der "Bunten". Und: "Man lernt, sich eine Maske zuzulegen."

TV-Auftritte, Lesereisen und Signierstunden abgesagt

Nie zuvor hat eine deutsche First Lady die persönliche Belastung durch das Amt so detailliert - und vor allem intim - geschildert wie Bettina Wulff. "Aus meiner Sicht war es unvorstellbar, dass es so weitergehen konnte", sagt sie in der "Bunten".

Die Kritik an ihrer PR-Maschinerie ist gewaltig. "Ich verstehe nicht, wie sich jemand über zu viel Öffentlichkeit beklagen kann, der gleichzeitig sein Leben mit intimsten Details nach außen kehrt", sagte Renate Künast, Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, der "Welt". Sie werde das viel diskutierte Buch von Bettina Wulff nicht lesen. "Das will ich alles gar nicht wissen. Mein Bedarf an der Causa Wulff ist schon seit Monaten gedeckt."

Produzent und Regisseur Nico Hofmann hat angekündigt, die Biografie der Ex-Präsidenten-Gattin zu verfilmen. "Mich haben vor allem der Mut und die Offenheit von Bettina Wulff beeindruckt", sagte Hoffmann.

Nur einer schweigt in den Tagen ihrer Omnipräsenz: Christian Wulff.

jjc