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Lindsay Lohan: Die Unbelehrbare

Foto: AP/ Los Angeles County Sheriffs Department

Bewährungsauflagen missachtet Lindsay Lohan muss 90 Tage in Haft

Tränenreiche Performance im Gerichtssaal: Weil sie den vorgeschriebenen Kursen für Alkoholabhängige fernblieb, muss US-Schauspielerin Lindsay Lohan für drei Monate ins Gefängnis. "Es geht um mein Leben und meine Karriere", jammerte die 24-Jährige - doch die Richterin statuierte ein Exempel.

Los Angeles - "Ich habe alles getan, was man mir vorgeschrieben hat", sagte Lohan, nachdem Richterin Marsha Revel am Dienstag in Beverly Hills das Urteil verlesen hatte. Sie habe die wöchentlichen Kurse für Süchtige nicht wissentlich versäumt, beteuerte die 24-Jährige, die wegen Alkohols am Steuer in der Vergangenheit zweimal festgenommen worden war und sich auf Bewährung draußen befand.

"Ich weiß, dass das alles kein Scherz ist, es geht um mein Leben und meine Karriere", so Lohan weiter. "Ich möchte nicht, dass Sie glauben, ich respektiere Sie und ihre Entscheidungen nicht."

Lohans Anwältin Shawn Chapman Holley hatte das Gericht aufgefordert, ihre Mandantin nicht zu hart zu bestrafen. "Ich denke, sie ist sehr glaubwürdig wenn sie dem Gericht sagt, sie habe unter diesen extrem schwierigen Bedingungen ihr Bestes gegeben", so Holley.

Allerdings hatte Lohan in Sachen Accessoires selbst am Tag des Urteilsspruchs nicht eben auf Deeskalation gesetzt: Auf dem Nagel des Mittelfingers ihrer linken Hand war in schwarzen Letter zu lesen: "Fuck U" - eine Botschaft, die von einem Gericht durchaus als Provokation empfunden werden kann.

Lindsays Vater Michael Lohan und die 16-jährige Schwester Ali hatten Lindsay ins Gericht begleitet - auch sie brachen in Tränen aus. Doch alles Geheule war vergebens: Richterin Revel verglich Lohan mit jemandem, der "schummelt und glaubt, es sei nur Schummelei, wenn er erwischt wird". Am Ende verurteilte sie die Schauspielerin wegen Verstoßes gegen die Bewährungsauflagen zu 90 Tagen Haft. Revel ordnete außerdem an, dass Lohan nach Absitzen der Haftstrafe in einer Suchtklinik drei Monate auf Entzug gehen muss.

"Ich hätte nicht klarer sein können in meinen Anweisungen", betonte die Richterin. "Es gibt keine Entschuldigungen."

Nominierungsreife Performance

Erst im Mai hatte die Schauspielerin einen Gerichtstermin in Los Angeles verpasst und ihr Fehlen mit dem Verschwinden ihres Reisepasses entschuldigt. Tatsächlich befand sich Lohan zu diesem Zeitpunkt auf den Filmfestspielen in Cannes. Richterin Revel ließ ihr bei der Rückkehr nach Kalifornien einen Überwachungsdetektor am Fußgelenk anlegen, der bei Alkoholkonsum Alarm schlägt.

Lindsay Lohan

Schon eine ganze Weile macht weder mit beeindruckenden Filmrollen noch mit aufregenden Songs von sich reden, sondern ausschließlich mit ihrem problembeladenen Privatleben. Alkohol und Drogen scheinen das beherrschende Thema im Leben der 24-Jährigen zu sein. Die Schauspielerei ist ihr auf dem langen Weg in die Sucht offenbar abhanden gekommen.

Angesichts der tränenreichen Performance der Schauspielerin im Gericht von Los Angeles fühlten sich einige an das eigentliche Metier der jungen Dame erinnert. "Wenn es gespielt war, dann verdient es zumindest eine Nominierung", ätzte das "People"-Magazin.

Lohan muss ihre Strafe am 20. Juli antreten, vermutlich im Frauengefängnis von Lynwood in Kalifornien, wie "People" schreibt. Eben dort hatte sie vor knapp drei Jahren exakt 84 Minuten eines 24-stündigen Arrests abgesessen, bevor sie nach Hause entlassen wurde. Auch dieses Mal ist nicht sicher, ob die Schauspielerin die gesamten 90 Tage absitzen wird.

ala/AFP/dpa

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