Nach Säureanschlag Ballettchef Filin besucht Bolschoi-Aufführung in London

Bei einer Säureattacke wurde der Ballettchef des Bolschoi-Theaters schwer verletzt. Langsam scheint es Sergej Filin besser zu gehen. Der 42-Jährige erhielt von den Ärzten in Aachen die Erlaubnis, eine Ballettaufführung in London zu besuchen.

Pressekonferenz im März 2013: Sergej Filin in Aachen
dpa

Pressekonferenz im März 2013: Sergej Filin in Aachen


London/Aachen - Der seit einem Säureanschlag schwerverletzte Ballettchef des Moskauer Bolschoi Theaters, Sergej Filin, hat sich erstmals in der Öffentlichkeit gezeigt.

Er habe die Aachener Klinik für einen Tag verlassen, um ein Gastspiel der weltgrößten Balletttruppe in London zu besuchen, sagte der 42-Jährige im russischen Staatsfernsehen. Bei dem Interview trug er eine Sonnenbrille zum Schutz seiner Augen. Dem britischen "Telegraph" zufolge war es ein sehr emotionales Treffen zwischen Filin und der Company. Demnach traf er sich backstage mit den Tänzern. Am Ende der Vorstellung wurde er auf die Bühne geführt, das Publikum brach in Applaus aus.

Filins Gesicht war bei einer Attacke am 17. Januar schwer verätzt worden. Ganz langsam geht es ihm offenbar besser. Die Ärzte in Aachen hätten den Ausflug in London erlaubt, sagte Theatersprecherin Katja Nowikowa. "Die Ärzte tun alles Mögliche", sagte Filin über seinen Genesungszustand. Im September wolle er erneut seine Arbeit in Moskau aufnehmen.

Zuletzt hatte seine Anwältin mitgeteilt, dass sich nach mehr als 20 Operationen die Situation am linken Auge stabilisiere, er mit dem rechten aber weiter nichts sehe.

Die Ermittler vermuten hinter der Säureattacke Rivalitäten am Theater. Ein Moskauer Gericht hat unlängst die Untersuchungshaft für drei mutmaßliche Täter bis zum 18. Oktober verlängert.

Demnach soll der gefeierte Startänzer Pawel Dmitritschenko der Drahtzieher des Anschlags sein. Als Motiv nannte die Polizei bislang eine "persönliche Feindschaft" zwischen den Männern. Der geständige Attentäter, ein Bekannter Dmitritschenkos, behauptete aber, selbst alles geplant zu haben. Verantworten muss sich auch ein Fahrer des Täters.

gam/AFP/dpa

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