Hans-Dieter Cleven Schweizer Unternehmer fordert 40 Millionen Franken von Boris Becker

Boris Becker teilte wiederholt mit, er sei nicht pleite. Nun droht ihm jedoch neuer finanzieller Ärger: Ein ehemaliger Geschäftspartner fordert eine enorme Summe von dem früheren Tennisstar.

Boris Becker und Hans-Dieter Cleven im Juli 1999
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Boris Becker und Hans-Dieter Cleven im Juli 1999


Hans-Dieter Cleven fordert von Boris Becker 40 Millionen Schweizer Franken, umgerechnet etwa 36,5 Millionen Euro. Das geht aus einer Mitteilung des Schweizer Unternehmers hervor, der früher mit Becker zusammenarbeitet hatte. Laut dem Anwalt Clevens sind in der Forderung Zinsen enthalten.

Nachdem ein Londoner Gericht Becker für bankrott erklärt hatte, sieht sich Cleven der Mitteilung zufolge gezwungen, seine Forderungen "auch in diesem Insolvenzverfahren geltend zu machen".

Beckers Anwälte bezeichneten die Forderung als "untauglichen Versuch, über öffentlichen Druck eine nicht berechtigte Forderung gegen unseren Mandanten durchzusetzen." Becker werde sich daher in dieser Thematik nicht weiter äußern.

Das britische Insolvenzgericht hatte den früheren Tennisprofi wegen einer seit 2015 ausstehenden Zahlung an die Privatbank Arbuthnot Latham and Co. für zahlungsunfähig erklärt. Der Anwalt des früheren Tennisstars hatte vergeblich um einen einmonatigen Aufschub gebeten.

Becker ließ wenig später über seine Anwälte mitteilen, er sei nicht pleite. In einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" sagte er, sein Vermögen reiche aus, um Forderungen in dieser Größenordnung zu erfüllen. "Ich komme allen meinen Verpflichtungen gegenüber meinen Mitarbeitern und sonstigen monatlichen Ausgaben nach", sagte Becker.

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Boris Becker: Up and down, up and down

In der Mitteilung Clevens heißt es nun: "Rückzahlungsversprechen, die von ihm schriftlich anerkannte Forderung von über 40 Millionen Schweizer Franken innerhalb vereinbarter Fristen zu zahlen, wurden von Boris Becker wiederholt nicht eingehalten." Zahlreiche Einigungsversuche seien von Becker "nicht wahrgenommen" worden.

Der nun eingeschlagene Weg stütze sich auch auf die von Becker und seinen Anwälten öffentlich gemachten Aussagen, er könne "allen Forderungen und den regelmäßigen finanziellen Verpflichtungen voll nachkommen".

Cleven ließ außerdem mitteilen, dass er wesentliche Teile des Darlehens nach dessen Rückzahlung durch Becker der gemeinnützigen Cleven-Stiftung zur Verfügung stellen werde.

Eine Stellungnahme Beckers zu der Forderung gibt es bisher nicht. Er ist derzeit beim Turnier in Wimbledon als TV-Experte des britischen Senders BBC im Einsatz.

hut/sms/sid

insgesamt 36 Beiträge
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Seite 1
W/Mutbürger 04.07.2017
1. Gibt es auch Infos
wieso der Herr so hohe Forderungen stellt und um was für Rückforderungen es sich handelt?
C. V. Neuves 04.07.2017
2.
Schaut arg nach Dschungel aus. Beide Beckers. Irgendwie schade, aber dann doch nicht. Wie auch immer, Deutschland wird ihn nicht hängen lassen. Dank Hartz 4 muss hier keiner verhungern.
post.scriptum 04.07.2017
3. Boris wird nicht ...
... umhinkommen, die Hosen runterzulassen. Natürlich nur in finanzieller Hinsicht. Mussten andere Prominente auch schon vor ihm machen. Wenn es stimmt, dass er noch entsprechende finanzielle Reserven hat, kann er sich ja bequem zurücklehnen und sich auf seine Rückhand verlassen ...
ludwig49 04.07.2017
4. Boris Becker teilt das Schicksal von vielen...
...die in ihrem Metier erfolgreich waren, sich aber den Realitäten des Lebens auch bei zunehmendem Alter verweigerten. Becker benötigt nicht teure Anwälte, die das Problem schön deuten und verdrängen. Jetzt heißt es, Anwälte weg und klar Schiff. Ehrlichkeit war schon immer die bessere Lösung.
swandue 04.07.2017
5.
Zitat von W/Mutbürgerwieso der Herr so hohe Forderungen stellt und um was für Rückforderungen es sich handelt?
Das müssen hochfliegende geschäftliche Träume gewesen sein. In die nun verfallende und unverkäufliche Finca auf Mallorca kann er so viel Geld nicht versenkt haben. Ein Trauerspiel, das alles. Viele Millionen Deutsche kriegen für 40 bis 50 Jahre Arbeit ein bis zwei Millionen Euro bezahlt und kommen damit problemlos über die Runden. Was dem Bobele gefehlt hat, war eine schwäbische Hausfrau, die ihm Bodenhaftung vermittelt und ein seriöser Vermögensverwalter, der die vielen Millionen Euro zusammenhält.
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