Boykottaufruf General setzt Bar Refaeli unter Druck

In Israel müssen auch Frauen Wehrdienst leisten. Bar Refaeli ziert sich jedoch und soll bereits mehrfach getrickst haben, um die zweijährige Pflicht zu umgehen. Nun versucht ein General das Top-Model zu überlisten - und hat zum Boykott aufgerufen.


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Bar Refaeli: Aufruf zum Boykott!
Jerusalem - Avi Samir, Personalchef der israelischen Armee, zieht andere Saiten auf: Weil sie ihre zweijährige Wehrpflicht konsequent ignoriert, ließ er nun eine Offensive gegen das israelische Supermodel Bar Refaeli einleiten und hat zum Boykott der von ihr beworbenen Güter aufgerufen.

"Ich kann nicht gegen Bar Refaeli kämpfen, aber Sie können das", sagte Samir bei einer Rekrutierungsveranstaltung vor Studenten in der Stadt Herzlija, wie die Zeitung "Jediot Ahronot" berichtete. Der General regte den Boykott der 24-Jährigen an, die vor allem für Kleider und Unterwäsche modelt.

Die Freundin von Hollywood-Star Leonardo DiCaprio liegt schon seit 2007 mit der Armee im Clinch: Kurz vor ihrer Einberufung hatte sie geheiratet, musste daraufhin vom Wehrdienst befreit werden - um sich dann verdächtig rasch wieder scheiden zu lassen.

Zudem erregte sie im Herbst 2007 mit einem Interview großes Aufsehen. Darin wurde sie mit der Aussage zitiert: "Warum ist es gut, für unser Land zu sterben? Ist es nicht besser, in New York zu leben?" Sie bereue es nicht, ihren Militärdienst nicht abgeleistet zu haben, wurde sie damals zitiert. Refaeli verklagte die Zeitung - mit Erfolg.

Für Ärger sorgte diese Woche auch ihr Antrag auf den Status als im Ausland ansässige Israelin, um keine Steuern in ihrer Heimat zahlen zu müssen.

Bar Refaeli provozierte religiöse Juden

Das international bekannte Model erregte im November zudem mit ihrer Freizügigkeit den Zorn religiöser Juden. Sie war der Star einer Werbekampagne der israelischen Modekette Fox: Auf zwei Riesenplakaten an der Tel Aviver Stadtautobahn mit einer Fläche von 400 Quadratmetern war die 24-Jährige mit dem Laienmodel Noam Tor, dem Sieger der israelischen Doku-Soap "Überleben", zu sehen.

Das eine Motiv zeigte die beiden nebeneinander im Bett liegend, auf dem anderen deuteten sie einen Kuss an. Obwohl weder nackte Beine noch Busen zu sehen waren, beschwerten sich fromme Juden. "Wir schreiben Menschen nicht vor, was sie zu Hause machen, aber Fox kann die Umwelt nicht in diesem Ausmaß vergiften", sagte damals Rabbi Mordechai Bloi, Vorsitzender der Vereinigung "Heiligkeit und Erziehung".

Bloi drohte - wie nun der General - mit einem Boykottaufruf, und weil viele fromme Juden bei Fox kaufen, knickte die Modekette ein. "Fox ist ein Modeunternehmen, das allen Teilen der Gesellschaft dient", hieß es in einer Stellungnahme. Daraufhin wurden die Plakate, die rund 45.000 Euro gekostet hatten, gegen züchtigere ausgetauscht: Bar Refaeli und ihr bärtiger Fotopartner tragen jetzt Wintersachen.

jjc/AFP



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