Brand im Elendsviertel "Slumdog"-Kinderstar ist obdachlos

Im Film gab es ein Happy End, doch im wahren Leben hat "Slumdog Millionär"-Kinderstar Rubina Ali weniger Glück. Die Hütte ihrer Familie in einem indischen Elendsviertel wurde bei einem Großbrand zerstört. Sie verlor auch die Andenken an ihre Zeit am Filmset.

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Mumbai - Sie spielte in einem internationalen Kassenschlager mit - und wohnte dennoch im Slum. Nun hat ein Großbrand in einem Elendsviertel in Mumbai die Hütte von " Slumdog Millionär"-Darstellerin Rubina Ali zerstört, berichteten indische Medien. "Ich habe alles verloren, Bücher und wichtige Dinge wie Fotos, Zeitungsausschnitte und Andenken an den Film", sagte Rubina. Auch die meisten ihrer Auszeichnungen seien vernichtet.

Bisher sei noch niemand gekommen, um den Opfern zu helfen. "Wir haben gerade ferngesehen, als ein Nachbar uns wegen des Feuers alarmierte", berichtete das Mädchen über das Unglück. Nach Angaben der Feuerwehr wurden bei dem Brand am Freitagabend mehr als 20 Menschen verletzt. Mindestens 2000 Menschen sollen ihre Wohnungen verloren haben. Das Feuer in dem Slum in der Nähe des Bandra-Bahnhofs wütete nach Medienberichten drei Stunden lang, 34 Feuerwehrwagen waren im Einsatz. Tote gab es wohl nicht.

Rubina gehörte zu den Hauptdarstellern in dem Oscar-prämierten Film "Slumdog Millionär". Sie spielt das Mädchen Latika, das in einem Elendsviertel in Mumbai lebt. Erzählt wird die Geschichte eines Jungen aus einem Slum, der trotz aller Widrigkeiten den Aufstieg aus bitterer Armut zum Wohlstand schafft. An Rubinas Seite spielte der Junge Azharuddin Ismail. Beide Kinder lebten auch im wirklichen Leben im Slum Garib Nagar, das als "Stadt der Armen" gilt.

Bereits 2009 hatte der Abriss einer Hütte von Rubinas Familie international für Aufsehen gesorgt. Nach dem Riesenerfolg des Films boten die Macher den beiden Kindern ein neues Zuhause an. Azharuddin wohnt bereits in einer neuen Wohnung. Rubinas Familie hatte dagegen für Schlagzeilen gesorgt, weil der Vater eine teurere Wohnung verlangt hatte, was Regisseur Danny Boyle ablehnte. Ein Sprecher der Boyle-Stiftung versicherte, Rubinas Familie werde bald eine neue Bleibe bekommen.

Neben den Spenden für die Wohnungen hatte Regisseur Boyle eine Stiftung gegründet, die die Kinderstars des Films bis zum 18. Lebensjahr finanziell unterstützen soll. "Slumdog Millionär" gewann 2009 acht Oscars, vier Golden Globes sowie zahlreiche andere Preise.

mmq/dpa/



insgesamt 18 Beiträge
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timewalk 05.03.2011
1. Is doch alles Kakerlacke
Zitat von sysopIm Film gab es ein Happy End, doch im wahren Leben hat "Slumdog Millionär"-Kinderstar Rubina Ali weniger Glück. Die Hütte ihrer Familie*in einem indischen Elendsviertel wurde bei einem*Großbrand zerstört. Sie verlor auch die Andenken an ihre Zeit am Filmset. http://www.spiegel.de/panorama/leute/0,1518,749274,00.html
Oh du armes puthi puthi puuuthi. Zu BLÖD das dieses Individuum ein Schicksal wie grob 2/3 aller menschen auf der Erde teilt. Und dank Verbrennermotor wird diese Situation demnächst noch richtig lustig. Wenn nämlich Aufstände wegen Essen & Trinken Knappheit, weltweit eskalieren. Aber den Deutschen Autofahrer, den Nein den interessiert sowas nun wirklich nicht. Man ist es doch Gewiohnt, quasi von Gott gegebn. Mein Auto, Mein Haus, Mein Mein Autogestank, der die armen Kinder krank und Blöd macht.
weltbetrachter 05.03.2011
2. E-10-Sprit gegen Kinder-Armut
Das sollten sich die Politiker in Europa noch zweimal überlegen, ob wir wirklich Lebensmittel zu E-10 machen und damit zum Eisessen fahren oder lieber den Menschen Nahrungsmittel günstig zur Verfügung stellen.
jObserver 05.03.2011
3. Kopf -> Tischplatte.
Zunächst mal wegen der Forderung nach einer teureren Wohnung. Zum Zweiten wegen der offensichtlichen Armut. Wenn man einen Film dreht mit solchen Personen, ist es denke ich nicht zu viel verlangt wenn man denen eine MINIMALE Beteiligung an den Einspielergebnissen bietet. Von dem, was Slumdog Millionär pro Monat immernoch einbringt, könnten in so einem Viertel wohl viele Familien ein Jahr lang leben...
butter_milch 05.03.2011
4. ...
Das traurige ist, dass die Macher sich trotz Einnahmen von 380 Millionen Dollar und Produktionskosten von lediglich 15 Millionen Dollar zu schade waren den beiden Hauptdarstellern nachträglich noch eine richtige Gage auszustellen...
Marshmallowmann 05.03.2011
5.
Lebensmittelknappheit in Indien liegt nicht an dem fehlenden Mangel an Nahrung, es liegt eher daran dass wenn es genug Essen gibt, sich einfach noch mehr Leute vermehren können, da in ihrer religiösen Weltanschauung nunmal viele Kinder als Segen und Altersvorsorge gesehen werden. Es ist völlig irrelevant wie viel Nahrung es gäbe, dann ernähren sie nunmal eine Generation vollständig, dann die nächste wieder nicht weil zu viele Leute überlebt haben, es gibt bis heute keine sinnvolle Strategie die durch diese Art hervorgerufene Art von Lebensmittelknappheit zu besiegen. Wenn jemand etwas einfällt... nur raus mit der Info... Ausser natürlich militärisches Vorgehen, darauf bin ich echt selbst gekommen.
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