Reaktionen auf Aufhebung der Vormundschaft »Britney ist frei!«

13 Jahre stand Britney Spears unter Vormundschaft – in den USA setzte eine Richterin alle Auflagen aus. Die 39-jährige Sängerin und viele Prominente jubeln.
Konfetti nach der Gerichtsentscheidung: »Ich freue mich so für dich«

Konfetti nach der Gerichtsentscheidung: »Ich freue mich so für dich«

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Chelsea Guglielmino / Getty Images

Am Freitag hatte Richterin Brenda Penny entschieden: Nach 13 Jahren unter Vormundschaft erhält Britney Spears ihre Freiheit zurück. Im Anschluss wurde das Votum der Juristin von teils prominenten Anhängern und der Familie der 39-jährigen Popsängerin ausgiebig gefeiert.

Spears' Verlobter, Sam Asghari, postete auf Instagram in weißer Schrift auf rosa Hintergrund »Freedom« (Freiheit). »Heute wurde Geschichte geschrieben. Britney ist frei!«, schrieb der 27-Jährige zu einem roten Herz-Emoji.

Der Anwalt des Popstars, Mathew Rosengart, sprach nach der Anhörung vor dem Gerichtsgebäude von einem »monumentalen Tag«. Ab sofort sei Spears eine freie und unabhängige Frau, die selbst über ihr Leben bestimmen könne. Es sei jetzt Britneys Entscheidung, wie es weitergehe.

Sängerin Dionne Warwick rief dazu auf, die »Befreiung« von Spears zu feiern. Cyndi Lauper gratulierte, ebenso Popstar Cher. »Freiheit. Ich freue mich so für dich«, teilte Modedesignerin Vera Wang mit.

Zieht Spears ihren Vater nun zur Rechenschaft?

Freiheit sei ein Menschenrecht, schrieb die italienische Modeschöpferin Donatella Versace zu einem früheren Foto von sich und Spears. »Mein Herz lacht für dich, Britney.« Auch Spears selbst scheint überwältigt von der Entscheidung: »Bester Tag aller Zeiten ... Gelobt sei Gott«, schrieb sie – und postete ein Video von jubelnden Fans vor dem Gerichtsgebäude.

Spears' Anwalt Rosengart wiederholte frühere Vorwürfe gegen den Vater der Sängerin. Jamie Spears habe sich an dem Millionenvermögen der Tochter bereichert , die schon im Teenageralter weltweit die Charts erobert hatte. Er dankte seiner Mandantin, dass sie sich mutig gegen das System zur Wehr gesetzt habe. Dadurch sei ans Licht gekommen, welche Missstände es bei Vormundschaftsregelungen gebe.

Ein Abhörgerät im Schlafzimmer

Bereits Ende September hatte die Richterin Spears' Vater als Vormund der Sängerin abgesetzt und eine Ersatzperson bestimmt. Dies war aber nur ein Teilsieg, denn die Vormundschaft blieb zunächst in Kraft. Der 69-jährige Jamie Spears hatte seit 2008 die Vormundschaft für seine Tochter inne, nachdem die Sängerin wegen privater und beruflicher Probleme psychisch zusammengebrochen war.

Der Anhörung am Freitag blieb Spears fern. Doch bei früheren Auftritten vor Gericht hatte die Sängerin mit deutlichen Worten klargemacht, dass sie den Vater und andere Betreuer zur Rechenschaft ziehen will.

Im Juni und Juli griff die Sängerin in emotionalen Ansprachen ihren Vater heftig an und erhob Vorwürfe gegen ihre Familie und Berater. Sie werde von allen kontrolliert und könne selbst nicht über ihr Leben bestimmen, erklärte die Sängerin. Sie sei bedroht worden und habe Angst vor ihrem Vater.

Unter anderem die »New York Times« dokumentierte, dass Spears unter der Vormundschaft ihres Vaters jahrelang massiv überwacht worden sei. In ihrem Schlafzimmer sei ein Abhörgerät angebracht worden, Daten auf ihrem Handy seien kopiert worden, hieß es in der Doku »Controlling Britney Spears« unter Berufung auf Material, das von einem ehemaligen Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma zur Verfügung gestellt worden sei.

apr/dpa
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