Urteil in Los Angeles US-Gericht entzieht Vater von Britney Spears Vormundschaft

Erfolg für Britney Spears: Ein Gericht in Los Angeles hat entschieden, dass ihr Vater nach 13 Jahren als Vormund abgesetzt wird – mit sofortiger Wirkung. Die Sängerin hatte lange dafür gekämpft.
Sängerin Spears (Archivbild 2018)

Sängerin Spears (Archivbild 2018)

Foto: Steve Marcus / dpa

Seit 13 Jahren steht die US-Sängerin Britney Spears unter Vormundschaft, seit Langem kämpft die 39-Jährige um ihre Selbstbestimmung. Diesem Ziel ist sie nun einen Schritt näher gekommen: Ein Gericht in Los Angeles hat entschieden, dass ihr Vater als Vormund abgesetzt wird. Dies sei »im besten Interesse« der Sängerin, sagte Richterin Brenda Penny.

Sie setzte die Vormundschaft von Jamie Spears am Mittwoch (Ortszeit) mit sofortiger Wirkung aus und bestellte einen vorübergehenden neuen Vormund für die Sängerin. Damit kam Penny einem Antrag von Britney Spears Anwälten nach. Wie die »New York Times« berichtete , wurde der Buchhalter John Zabel vorübergehend als Vormund für die Finanzen von Britney Spears eingesetzt.

Für den 12. November setzte Penny einen weiteren Gerichtstermin an: Dann soll es um die Frage gehen, ob die Vormundschaft über Spears vollständig beendet wird.

Fans der Sängerin reagieren auf das Gerichtsurteil

Fans der Sängerin reagieren auf das Gerichtsurteil

Foto: MARIO ANZUONI / REUTERS

Jamie Spears war seit 2008 Vormund seiner Tochter, nachdem sie wegen privater und beruflicher Probleme psychisch zusammengebrochen war. Zunächst verwaltete er das Vermögen und die privaten Anliegen von Britney Spears. 2019 trat er kürzer, blieb aber für die Finanzen zuständig. Mitte August kündigte er dann überraschend an, als Vormund zurücktreten zu wollen. Anfang September plädierte er dann sogar dafür, die Vormundschaft komplett zu beenden.

Britney Spears selbst hatte ein Ende der Vormundschaft über ihre Person und ihre Finanzen gefordert. »Ich will bloß mein Leben zurück. Das waren 13 Jahre, und es ist genug«, sagte die Sängerin Ende Juni in einer 23 Minuten langen Stellungnahme, die per Video übertragen wurde. Sie beschuldigte dabei auch ihren Vater, ihr nicht zu erlauben, ihren Freund zu heiraten oder weitere Kinder zu bekommen.

Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass Britney Spears unter der Vormundschaft ihres Vaters offenbar jahrelang massiv überwacht wurde: Im Schlafzimmer der Sängerin sei ein Abhörgerät angebracht, außerdem seien Daten von ihrem Handy kopiert worden, heißt es in einer neuen Dokumentation der »New York Times«. Die Zeitung beruft sich dabei auf Material, das von einem ehemaligen Mitarbeiter der Sicherheitsfirma Black Box zur Verfügung gestellt worden sei. Ein Anwalt von Jamie Spears betonte demnach, alle Maßnahmen hätten sich im Rahmen der vom Gericht übertragenen Befugnisse bewegt.

aar/AFP/dpa
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