Neue Identität für US-Star Jenner Das Weiße Haus gratuliert

Früher war Bruce Jenner ein amerikanischer Olympia-Held. Jetzt wird er zur Frau und posiert als Cover-Model von "Vanity Fair". Beifall kommt von höchster Stelle.

imago

Seit Wochen bewegt Bruce Jenner die USA. Der ehemalige Olympiasieger, einst bekanntester Athlet des Landes, wandelt sich zur Frau. Im April verkündete der 65-Jährige via TV-Talk seine neue Identität. Jetzt zelebrierte Jenner den Start ins neue Leben - als Cover-Model von "Vanity Fair". "Call me Caitlyn", heißt die Titelzeile der neuen Ausgabe des US-Magazins. Die Botschaft ist klar: Bruce gibt es nicht mehr, nur noch Caitlyn.

Die Resonanz ist groß. Kurz nach Erscheinen der "Vanity Fair" eröffnete Jenner einen Twitter-Account - und brach sofort einen Weltrekord, wie "Guiness World Records" berichtet. Nach nur vier Stunden und drei Minuten folgten Jenner eine Million Nutzer. Als US-Präsident Barack Obama jüngst startete, brauchte er fünf Stunden für die Million.

Das Weiße Haus gratuliert

Jenner heimste via Twitter gleich jede Menge Unterstützung ein. Obama-Beraterin Valerie Jarrett schrieb: "Die tapfere Entscheidung, als dein echtes Ich zu leben, ist ein kraftvolles Beispiel für so viele." Designer Zac Posen riet: "Sei du selbst und fühle dich wunderbar." TV-Starlet Kim Kardashian, Jenners Stieftochter, jubelte ihrer neuen Ma zu: "Wie schön! Sei glücklich, sei stolz, lebe dein Leben auf deine Art."

Jenner ist der bekannteste US-Star, der sich offen als Transgender gibt. Er gilt damit als Vorbild für Menschen, die sich bisher nicht trauen, diesen Schritt zu tun. In einem Video zum "Vanity Fair"-Cover sagt Jenner: "Bruce musste immer eine Lüge erzählen." Caitlyn habe jetzt "keine Geheimnisse" mehr.

"Vanity Fair" widmet der Titelstory 22 Seiten und enthüllt zum Beispiel, dass Jenners Gesichts-OP im März mehr als zehn Stunden dauerte. Der Entschluss für eine Operation der Geschlechtsteile habe Jenner aber noch nicht getroffen. Das Cover-Foto machte die berühmte Fotografin Annie Leibovitz.

Nach Informationen der "New York Times" war die Story Teil einer minutiös geplanten Kampagne und blieb lange geheim. Nur wenige Magazin-Mitarbeiter wussten offenbar davon. Der Artikel, geschrieben vom Pulitzer-Preisträger Buzz Bissinger, wurde auf einem Computer in einem verschlossenen Raum verwahrt.

Bissinger sagte der Zeitung, er habe exklusiven Zugang zu Jenner gehabt. "Es war eine Art von Journalismus, die es eigentlich nicht mehr gibt." Angeblich musste das Magazin keine inhaltlichen Zugeständnisse machen.

sms/AP



© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.