Bühnenverzicht Carla Bruni fühlt Unbehagen als singende Première Dame

Ihr Album erscheint in wenigen Tagen, live singen will sie ihre neuen Songs aber nicht: Carla Bruni möchte keine Konzerte geben, solange ihr Mann Nicolas Sarkozy Präsident ist. Bruni fühlt sich als singende Première Dame nicht wohl.


Paris - Carla Bruni, 40, Sängerin und Ehefrau des französischen Staatspräsidenten, will vorerst keine Konzerte mehr geben. Solange ihr Mann Staatschef sei, werde sie die Bühne meiden, sagte Bruni der Zeitung "Libération". Das Sicherheitsaufgebot wäre in ihren Augen "anstößig".

Nicolas Sarkozy und seine Première Dame: Feiern auf dem Fest der Musik
REUTERS

Nicolas Sarkozy und seine Première Dame: Feiern auf dem Fest der Musik

Bruni räumte ein, dass sie sich als singende Première Dame nicht besonders wohl fühle. "Ich bin mir des Problems meiner Doppelrolle bewusst, das verursacht mir auch Unbehagen", sagte sie. Sie habe deshalb auch Verständnis gehabt, dass ihre Plattenfirma ursprünglich einen Aufkleber auf ihr neues Album kleben wollte mit der Aufschrift: "Sie können Carla Bruni lieben, ohne ihren Mann zu lieben".

Nach Angaben von "Libération" erscheint am 11. Juli das dritte Album von Carla Bruni, wie sie als Sängerin weiter heißen will, zehn Tage früher als ursprünglich geplant. Im Fernsehen wolle sie ihre Musik weiterhin vermarkten.

Die Sängerin, die in den neunziger Jahren zu den bestbezahlten Models der Welt gehört hatte, landete mit ihrem ersten Album vor gut sechs Jahren auf Anhieb einen Erfolg. "Quelqu'un m'a dit" verkaufte sich rund zwei Millionen Mal, davon etwa 800.000 Mal außerhalb Frankreichs. Ihr zweites Album, "No Promises", von Anfang 2007 blieb mit 380.000 verkauften Stück weit dahinter zurück.

Als Première Dame wolle sie sich für humanitäre Aktionen einsetzen, sagte Madame Sarkozy. "Ich würde es nicht wagen, etwas zu tun, was die Menschen schockierte und sich nicht an die Traditionen hielte."

Nicolas Sarkozy und Carla Bruni hatten im Februar geheiratet. In dem Interview gestand die 40-Jährige auch ein, nicht immer die politischen Ansichten ihres Mannes zu teilen. Zwar sei sie nicht politisch engagiert, aber "aus dem Bauch heraus" fühle sie sich eher der Linken verbunden.

Am Samstag nutzte das Präsidentenpaar das traditionelle Fest der Musik in Paris, um sich volksnah unter seine Landsleute zu mischen. Zusammen mit Ehefrau Carla erschien der Staatschef im Elysée-Palast betont leger ohne Krawatte und mit offenem Hemdkragen und schüttelte gemeinsam mit seiner Frau unermüdlich Hände.

Die "Fête de la musique" findet in Frankreich traditionell am 21. Juni statt, im ganzen Land wird auf öffentlichen Plätzen gesungen und Musik gemacht. Im Elysée-Palast fand das Fest in diesem Jahr zum ersten Mal statt, unter anderem erklang Filmmusik und Jazz.

phw/dpa/AFP/AP



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