Bundespräsidenten-Kandidatur Sodann kritisiert "Tatort"-Sendepause

Er liebäugelt mit einer neuen Nationalhymne und würde Deutsche-Bank-Chef Ackermann gerne hinter Gittern sehen: Schauspieler Peter Sodann will Bundespräsident werden. Dass die ARD ihn bis dahin als "Tatort"-Kommissar aus dem Programm verbannt, kann der 72-Jährige gar nicht verstehen.


München - Die ARD will bis auf weiteres keine Wiederholungen der "Tatort"-Folgen mit Sodann als Kommissar Bruno Ehrlicher senden. Sodann sagte der Zeitschrift "Bunte": "Unabhängigkeit und Souveränität sehen anders aus. Wissen die denn nicht, dass der Bundespräsident gar nicht vom Volk, sondern von der Bundesversammlung gewählt wird?" Ein Wahlkampf finde also gar nicht statt.

Der 72-Jährige erklärte weiter: "Die honorigen Mitglieder der Bundesversammlung werden sich bei ihrer Wahl doch nicht von ein paar "Tatort"-Wiederholungen mit Kommissar Ehrlicher beeinflussen lassen." Sodann betonte, bei seiner Kandidatur für die Linkspartei spiele er "nicht nur eine Rolle", sondern meine es ernst. Schon als Kind habe er entweder Präsident oder König oder Lokführer werden wollen. "Aber meine Rollen waren meistens dem Lumpen näher", sagte der Schauspieler.

Würde das neue deutsche Staatsoberhaupt aus der Reihe der TV-Kommissare ausgewählt, sähen die Deutschen lieber die "Tatort"-Schauspielerin Maria Furtwängler im Amt der Bundespräsidentin als Peter Sodann. Laut einer Umfrage der Zeitschrift "Vanity Fair" landete Furtwängler mit 19 Prozent auf Platz eins, Sodann mit elf Prozent auf Platz zwei. Fast ein Viertel der Bundesbürger würde gar keinen "Tatort"-Kommissar zum Bundespräsidenten wählen.

Während sich im Osten der Umfrage zufolge fast jeder Dritte für den 72-jährigen Sodann ausspricht, sind es im Westen nur sieben Prozent. Den meisten Zuspruch bekommt der Sachse von 30 bis 39-Jährigen.

Auf dem dritten Platz landet laut Umfrage Ulrike Folkerts, die als Lena Odenthal im Ludwigshafener "Tatort" ermittelt. Es folgen Dietmar Bär alias Freddy Schenk aus dem Kölner "Tatort" sowie Udo Wachtveitl aus dem Münchner Ermittlerteam. Nur zwei Prozent der Befragten können sich Axel Prahl aus dem Münsteraner "Tatort" als Bundespräsidenten vorstellen. Für die Umfrage waren 1000 Deutsche befragt worden.

han/AP/AFP



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