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Carlos Reutemann, 79

aus DER SPIEGEL 28/2021
Foto:

DPPI / firo Sportphoto/dppi

Viele ehemalige Formel-1-Fahrer vermarkten ihren Ruhm, indem sie dem Motorsport als Teamchef, TV-Kommentator oder Berater von Autokonzernen treu bleiben. Der Argentinier war jedoch zu knorrig, als dass er nach zehn Jahren im Cockpit, zwölf Grand-Prix-Siegen und einer Vize-Weltmeisterschaft (1981) mit dem schillernden Gewerbe noch etwas zu tun haben wollte. Reutemanns zweites Leben bestand aus Viehzucht auf seiner Farm bei Santa Fe – und Politik. 1991 wurde der Nachkomme schweizerischer Auswanderer Gouverneur der argentinischen Provinz Santa Fe, später saß er für die neoperonistische Partido Justicialista (PJ) im Parlament seines Landes. »Lole«, so sein Spitzname, musste keine großen Reden schwingen. Die Menschen gingen davon aus, dass er als Rennfahrer und Farmer den Status wirtschaftlicher Unabhängigkeit erreicht habe – und damit geeignet sei für noch höhere Ämter. 2009 stand, nicht zum ersten Mal, seine Kandidatur als Präsident im Raum: »Diesmal denke ich daran, Präsident zu werden. Diesmal lohnt es sich.« Doch zu den Wahlen 2011 trat er dann nicht an. Carlos Reutemann starb am 7. Juli in Santa Fe.

wei
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