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Carrie Johnson First Lady als Trendsetterin

aus DER SPIEGEL 29/2021
Foto:

REUTERS / POOL New / via REUTERS

Als sie bei ihrer Hochzeit mit dem britischen Premier Ende Mai ein geliehenes Kleid trug, sorgte Carrie Johnson, 33, für Begeisterung in der Modewelt. Es war ein Statement für mehr Nachhaltigkeit: warum das gute Stück lediglich ein paar Stunden tragen, dann jahrzehntelang im Schrank verstauben lassen und schließlich irgendwann entsorgen? Nun folgte das Kaufhaus Harrods, das im vornehmen Londoner Stadtteil Knightsbridge liegt, dem Beispiel der First Lady und rief einen Verleihservice für Kleidung ins Leben. Harrods ist hierfür eine Partnerschaft mit der Firma My Wardrobe HQ eingegangen, bei der sich auch Johnson ihr Kleid ausgeliehen hatte. Die Bandbreite des Angebots reicht von Edeldesignern wie Giambattista Valli bis zu alltäglicheren Marken, ab zehn Euro am Tag kann man sich ein Kleidungsstück leihen. Auf diese Weise können nun auch Menschen Haute Couture tragen, die sich das unter normalen Umständen niemals leisten könnten. Kaum jemand habe das Geld, sich einen Gucci-Anzug für mehrere Tausend Euro zuzulegen, doch 30 bis 40 Euro pro Tag könnten weitaus mehr Menschen ausgeben, um sich mal richtig schick zu machen, sagte Jane Shepherdson von My Wardrobe HQ gegenüber dem »Guardian«. Möglicherweise hat die First Lady mit ihrem Auftritt also eine Form von sozialer Gerechtigkeit befördert, die eher zur Labour Party als zu Boris Johnsons Konservativen zu passen scheint.

lob
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