Carrie Prejean Miss Kalifornien auf Zahlung ihrer Brustimplantate verklagt

Die Schöne sieht sich in den Dreck gezogen: Carrie Prejean, entthronte "Miss Kalifornien" mit homophobem Gedankengut, liefert sich eine erbitterte Schlammschlacht mit den Veranstaltern des Wettbewerbs. Es geht um Vertragsbruch, Diskriminierung - und zwei Silikonimplantate.

REUTERS

Hamburg - Der Fettnapf war einst das Zuhause von Carrie Prejean: Die frühere "Miss Kalifornien" sorgte mit homophoben Äußerungen bei der "Miss USA"-Wahl für Wirbel, posierte entgegen ihrer vertraglichen Abmachungen für freizügige Fotos und engagierte sich für eine fundamentalistische christliche Vereinigung. Es folgte ein Bangen um die Gunst und Mis(s)gunst ihres einstigen Mentors Donald Trump. Am Ende blieb Letzteres: Trump feuerte die schöne Blonde.

Inzwischen beschäftigen sich Gerichte mit der Schlammschlacht zwischen Prejean und den Veranstaltern des Wettbewerbs. Vordergründig geht es um Diskriminierung - in Wahrheit geht es vor allem um Geld.

Die Organisatoren fordern von Prejean 5200 Dollar - Geld, das sie sich einst geliehen hat, um ihre Brüste vergrößern zu lassen, das sie jedoch nie zurückzahlte. Die 22-Jährige hatte die Veranstalter ihrerseits zuvor wegen der Verletzung ihrer Privatsphäre verklagt - weil die gegenüber Journalisten über die nachbearbeiteten Brüste der einstigen Schönheitskönigin gesprochen hatten.

Die Veranstalter argumentieren laut CNN, die Brüste Prejeans seien von dem Moment an nicht mehr ihre Privatsache gewesen, in dem sie im Bikini beim landesweit ausgestrahlten Wettbewerb über die Bühne stolziert sei. Die Rechtsanwälte der Studentin halten dagegen, diese Argumentation sei lediglich Teil einer "andauernden Schmierkampagne". Die Juristen versuchten, Prejeans "guten Ruf" und ihren "guten Namen" mit "absurden Anschuldigungen" in den Dreck zu ziehen.

Außerdem will die Organisation an den Gewinnen des Verkaufs von Prejeans Buch beteiligt werden, das im November auf den Markt kommen soll. Und dies - ein Schuft, wer anderes denkt - natürlich aus rein immateriellen Gründen. "Uns geht es nicht um das Geld", sagte die Chefin des "Miss Kalifornien"-Wettbewerbs. Vielmehr würden die Erlöse an wohltätige Organisationen gespendet.

Prejean versucht noch immer, juristisch gegen ihr Scheitern bei der Wahl zur "Miss USA" zu kämpfen. Sie habe verloren, weil sie sich vor der Jury gegen die Ehe von Homosexuellen ausgesprochen hatte, behauptet sie. Nun klagt sie wegen religiöser Diskriminierung gegen die Organisatoren. Sie habe den Titel nur deshalb nicht bekommen, weil sie sich für die "traditionelle Ehe" ausgesprochen habe, argumentiert ihr Anwalt.

han



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