Casanova Berlusconi Anzügliches Geflüster am Telefon

Kein Ende der Peinlichkeiten in Sicht: Ein italienisches Magazin veröffentlicht nun Tonbandaufnahmen, auf denen ein Gespräch zwischen Berlusconi und einer Prostituierten zu hören sein soll. Darin geht es auch um seine Qualitäten als Liebhaber.


Rom - Es ist das anzügliche Geplauder zwischen einer Frau, die als Edel-Prostituierte Patrizia D'Addario identifiziert wird, und einem Mann zu hören, bei dem es sich laut "L'Espresso" um Berlusconi handeln soll. Beide sprechen über die Einzelheiten einer sexuellen Begegnung, die Frau lobt dabei - wie es ihre Profession gebietet - die Qualitäten des Mannes als Liebhaber. Berlusconis Anwalt bezweifelte jedoch die Echtheit der Aufnahmen und sprach von einer "Frucht der Erfindung".

D'Addario hat nach eigenen Angaben eine Nacht Anfang November mit Berlusconi verbracht, nachdem sie an einer Feier in dessen Haus teilgenommen hatte. Sie erklärte, sie habe ihre Gespräche mit dem Regierungschef aufgezeichnet und sich zur Veröffentlichung entschieden, nachdem dieser ihr nicht wie versprochen bei der Lösung eines Immobilienproblems geholfen habe.

Die Stimme auf den Bändern klingt wie die Berlusconis, allerdings konnte die Identität des Sprechers noch nicht von unabhängiger Seite bestätigt werden. Der 72-Jährige hat die Anschuldigungen zurückgewiesen und erklärt, er habe noch nie für Sex bezahlt. In seiner ersten öffentlichen Äußerung zu den jüngsten Skandalberichten hatte er am Mittwoch scherzhaft erklärt, dass er kein Heiliger sei.

Berlusconi ist seit Monaten wegen seines Umgangs mit jungen Frauen in den Schlagzeilen. Der Skandal begann bereits Ende Januar, als seine Frau Veronica Lario öffentlich eine Entschuldigung von ihrem Mann verlangte und ankündigte, sich scheiden zu lassen. Damals ging es vor allem um die Teilnahme Berlusconis an einer Geburtstagsparty für ein 18-jähriges Mädchen.

jdl/AP

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