Nach plötzlichem Tod der 32-Jährigen Regisseur Ruben Östlund widmet Charlbi Dean Filmpremiere in Kanada

Charlbi Dean starb unerwartet mit 32 Jahren: Regisseur Ruben Östlund würdigte die Hauptdarstellerin seines Films »Triangle of Sadness« nun auf dem Toronto Film Festival. Die Todesursache ist noch unklar.
Charlbi Dean im Mai dieses Jahres

Charlbi Dean im Mai dieses Jahres

Foto: CHRISTOPHE SIMON / AFP

Der schwedische Regisseur Ruben Östlund hat die Nordamerikapremiere seines Filmes »Triangle of Sadness« der verstorbenen Hauptdarstellerin Charlbi Dean Kriek gewidmet. Sie war im Alter von 32 Jahren am 29. August in New York an einer unerwarteten Krankheit gestorben. »Es ist eine sehr emotionale Vorführung für uns, weil Charlbi Dean, unsere Kollegin und eine der Hauptdarstellerinnen, vor 15 Tagen verstorben ist«, sagte Östlund am Dienstagabend (Ortszeit).

Regisseur Ruben Östlund: »Wir wollten, dass sie hier ist, an unserer Seite, um diesen fantastischen Moment mit uns zu teilen«

Regisseur Ruben Östlund: »Wir wollten, dass sie hier ist, an unserer Seite, um diesen fantastischen Moment mit uns zu teilen«

Foto: LOIC VENANCE / AFP

Laut der Plattform »Deadline«  steht die offizielle Todesursache noch nicht fest. Dean soll eine Lungeninfektion gehabt haben. Nach der Todesnachricht hatten zahlreiche Menschen behauptet, Dean sei infolge einer Coronaimpfung verstorben. Deans Bruder Alex Jacobs wies dies allerdings scharf zurück: »Das ist aus unserer Sicht völlig indiskutabel«, sagte er dem Magazin »Rolling Stone«.  Seine Schwester habe im Jahr 2009 einen sehr schweren Autounfall gehabt, bei dem sie sich Rippen gebrochen habe, zudem habe ihr die Milz entfernt werden müssen. Vielleicht habe sie deswegen eine Infektion nicht abwehren können.

Die südafrikanische Schauspielerin begann mit sechs Jahren eine Karriere als Model. Sie arbeitete für Labels wie Gucci, erschien auf dem Cover der »Vogue«. In der Modebranche habe man sie als »gehenden und redenden Zahnstocher« tituliert, hat sie mal gesagt. Sie spielte in südafrikanischen Filmen wie der Jugendkomödie »Spud« (2010) und war in der Superheldenserie »Black Lightning« zu sehen.

»Triangle of Sadness« ist eine Satire über die Welt der Superreichen. Östlund wurde dafür mit der Goldenen Palme in Cannes ausgezeichnet. Ein Großteil des Films, der am 13. Oktober in die deutschen Kinos kommen soll, spielt auf einer Luxusjacht, auf der ein schickes Dinner komplett eskaliert. Charlbi Dean ist darin als Influencerin zu sehen. Es war ihre erste große Filmrolle.

»Wir wollten, dass sie hier ist, an unserer Seite, um diesen fantastischen Moment mit uns zu teilen«, sagte Östlund vor dem Publikum in Toronto. Mit ihm auf der Bühne standen die sichtlich gerührten Schauspieler Harris Dickinson und Dolly De Leon.

»Wir drei wollen diese Vorführung ihrer Familie und Charlbi widmen, um ihr Werk zu würdigen«, sagte Östlund. »Ich bin mir zu hundert Prozent sicher, dass Charlbi möchte, dass wir hier einen wirklich fantastischen Abend erleben. Es wäre auch für sie ein wichtiger Abend gewesen, um den Film dem nordamerikanischen Publikum vorzustellen.«

kha/dpa
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