Offizielle Residenz Charles III. und Camilla ziehen vorerst nicht in den Buckingham Palace

Der neue britische König und seine Frau wollen in ihrer langjährigen Residenz Clarence House wohnen bleiben. Die Schotten nehmen Abschied von der Queen. Und in London steigt die Nachfrage nach Hotelzimmern.
Charles III. und seine Frau Camilla: Erst mal kein Umzug in den Buckingham Palace

Charles III. und seine Frau Camilla: Erst mal kein Umzug in den Buckingham Palace

Foto: Victoria Jones / Getty Images

König Charles III. und seine Frau Camilla bleiben vorerst in ihrer langjährigen Residenz Clarence House wohnen. Der Grund: Im Buckingham Palace würden derzeit noch größere Renovierungsarbeiten vorgenommen, berichtete die britische Nachrichtenagentur PA.

Charles war als Thronfolger 2003 in das 1825 erbaute Clarence House eingezogen, das Teil des königlichen St. James Palace ist. Das Paar mag das Gebäude Berichten zufolge sehr und hatte es nach dem Einzug nach seinen Wünschen umgestalten lassen.

Wann die 2020 begonnenen Bauarbeiten am Buckingham Palace abgeschlossen sein werden, ist noch unklar. Der Palast im Stadtbezirk City of Westminster ist die offizielle Residenz britischer Monarchen. Das riesige Gebäude, eine der wichtigsten Touristenattraktionen Londons, verfügt über 775 Zimmer, darunter 19 Staatsräume, 52 Schlafzimmer für die königliche Familie und Gäste, sowie 78 Badezimmer und 92 Büros. Seit dem Tod von Königin Elizabeth II. am vergangenen Donnerstag ist vor den Palasttoren ein riesiges Blumenmeer zu sehen.

Trauerprozession in Edinburgh

An diesem Montag soll Charles III. die Trauerprozession für die gestorbene Queen im schottischen Edinburgh anführen. Er werde gleich hinter dem Sarg laufen, wenn dieser zur St.-Giles-Kathedrale gefahren und dort aufgebahrt werde, berichtete PA. Zahlreiche Mitglieder der königlichen Familie sollen bei der Prozession dabei sein.

Ob sich dabei erneut die Brüder William und Harry und ihre Frauen Kate und Meghan Seite an Seite zeigen, ist noch unklar. Die beiden Paare hatten sich am Samstag erstmals wieder öffentlich zusammen gezeigt und mit Trauernden gesprochen, die sich am Schloss Windsor versammelt hatten.

Am Sonntag brachte ein Leichenwagen den Sarg mit der Monarchin von ihrem Landsitz Schloss Balmoral, wo die 96-Jährige am Donnerstag gestorben war, in die schottische Hauptstadt Edinburgh. Dort wurde er in der königlichen Residenz Palace of Holyroodhouse aufgebahrt.

In der St.-Giles-Kathedrale sollen Charles III., seine Frau Queen Consort Camilla und andere Royals an einem Gottesdienst teilnehmen. Am späten Abend ist eine Totenwache mit dem neuen König und seinen Geschwistern geplant.

Der Monarch wird in Edinburgh auch die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon empfangen. Außerdem wollen er und seine Frau Camilla im schottischen Parlament Beileidsbekundungen entgegennehmen. Die Reise nach Schottland ist Teil der sogenannten »Operation Spring Tide«, die Besuche von Charles als neuem König in allen vier britischen Landesteilen vorsieht.

Überführung nach London

Für Dienstag ist die Überführung per Flieger nach London geplant, wo die Gestorbene für mehrere Tage aufgebahrt werden soll. Ab Mittwoch wird der Sarg mit dem Leichnam auf einem sogenannten Katafalk – einer Art Plateau – in der Westminster Hall des Londoner Parlamentsgebäudes stehen. Es werden Hunderttausende Trauernde erwartet.

Die britische Regierung empfiehlt wetterfeste Kleidung, genug Proviant, eine Powerbank fürs Handy und viel Geduld mitzubringen. Bis zum Tag des Staatsbegräbnisses hat die britische Öffentlichkeit 24 Stunden am Tag die Möglichkeit, ihrer Königin einen letzten Besuch abzustatten und sich zu verabschieden.

Allerdings muss dafür viel Zeit eingeplant werden. »Sie müssen viele Stunden lang stehen, vermutlich über Nacht, mit wenig Möglichkeiten, sich hinzusetzen, weil sich die Schlange weiterbewegen wird«, heißt es in den Informationen des Kulturministeriums zu den Abläufen. Ob man Kinder mitbringe, solle man sich gut überlegen. Außerdem sei mit Straßensperrungen und Störungen im Verkehrsnetz zu rechnen.

Das Staatsbegräbnis ist für den 19. September angesetzt. Die Briten erhalten dafür einen extra Feiertag. Bis dahin gilt Staatstrauer, offizielle Veranstaltungen und der parlamentarische Betrieb sind ausgesetzt.

Hotels in der britischen Hauptstadt verzeichnen bereits steigende Buchungen. Die Kette Travelodge mit knapp 80 Londoner Hotels teilte mit, die Buchungen von Gästen aus allen Teilen des Landes nähmen zu. Man arbeite »rund um die Uhr«, um sich auf die Zeit rund um den Staatsakt vorzubereiten.

wit/dpa
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