Chauffeur verhaftet Yoko Ono erpresst und mit dem Tod bedroht

Yoko Ono wurde von ihrem Chauffeur mit "peinlichen Bildern" erpresst - und mit dem Tod bedroht. Ein New Yorker Gericht ließ den Mann heute verhaften. Er soll ausgerechnet an John Lennons Todestag zwei Millionen Dollar von der Witwe gefordert und gedroht haben, sie und ihren Sohn Sean zu ermorden.


New York - Die Witwe von Beatle John Lennon, Yoko Ono, ist von ihrem Chauffeur erpresst und mit dem Tod bedroht worden. Koral Karsan, 50, soll damit gedroht haben, im Besitz "äußerst peinlicher" Bänder und Bilder zu sein - und zwei Millionen Dollar (1,6 Millionen Euro) gefordert haben, damit diese nicht an die Öffentlichkeit gelangen.

Beschuldigter Karsan (vor Polizeistation in Manhattan): "Leute an der Hand, die nur darauf warten, das Opfer zu töten"
AP

Beschuldigter Karsan (vor Polizeistation in Manhattan): "Leute an der Hand, die nur darauf warten, das Opfer zu töten"

Der Beschuldigte wurde am Mittwoch in New York wegen schweren Diebstahls verhaftet, seine Wohnung durchsucht. Ein Sprecher der 73-jährigen Künstlerin sagte, Ono sei "schockiert" gewesen und habe als gute Staatsbürgerin den Erpresser angezeigt. Der Angeklagte wurde einem Richter vorgeführt. Bei einem Haftprüfungstermin in New York sagte Ermittlerin Maureen O'Connor, Karsan habe "Leute an der Hand, die nur darauf warteten, das Opfer auf seinen Befehl hin zu töten". Er habe die Künstlerin und ihren Sohn Sean aus der Ehe mit John Lennon "mit dem Tod bedroht".

Ein Richter ordnete wegen Fluchtgefahr eine Kaution von 250.000 Dollar in bar an. Karsan verteidigte sich. Ono versuche nur ihn daran zu hindern, eine Anzeige wegen sexueller Belästigung anzustrengen. Sein Anwalt sagte, Karsan sei unschuldig. Er werde sich vehement gegen die Anschuldigungen wehren. Es gebe noch "andere Streitpunkte" zwischen Ono und dem Fahrer.

Konkret soll es um Bilder von Ono im Schlafanzug gehen und um Mitschnitte von privaten Telefongesprächen. Der Polizei zufolge hinterließ Karsan am 8. Dezember, dem 26. Jahrestag von John Lennons Ermordung, eine Notiz und ein Foto von Ono im Schlafanzug am Dakota Building, wo die Künstlerin wohnt. Karsan soll außerdem in späteren, mitgeschnittenen Telefongesprächen gedroht haben, er werde Ono, ihren Sohn und sich selbst töten.

"Diese Frau hat genug durchgemacht", sagte Onos Sprecher. Der Zwischenfall habe bei John Lennons Witwe Erinnerungen an den Jahrestag hervorgerufen. Sie sei wegen des Termins ohnehin "verletzlich". Der Mann sei "wirklich kaltblütig".

Yoko Ono gilt als eine der reichsten Frauen Amerikas. Karsan wurde in der Türkei geboren und lebt heute im Staat New York; er kam vor zehn Jahren in die USA. Er hat noch Familie und Eigentum in seinem Geburtsland, deshalb schätzte das Gericht die Fluchtgefahr als besonders hoch ein.

plö/ddp/dpa



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