Chris Brown vs. Rihanna "Blaues Auge, Blut und Kratzer"

Schwere Vorwürfe gegen Chris Brown: Der R&B-Sänger soll Popsängerin Rihanna bei einem Streit tätlich angegriffen haben. Die 20-Jährige trug dabei blaue Flecken und eine Platzwunde an der Lippe davon - und geht nun vor Gericht.


Los Angeles - Handgreiflicher Streit mit weitreichenden Folgen: Dem US-Magazin People zufolge soll Sängerin Rihanna von ihrem Freund Chris Brown verprügelt worden sein. Sie habe sich nach dem Vorfall am 8. Februar zur Behandlung in ein Krankenhaus begeben, hieß es.

"Chris hat sie geschlagen", sagte eine nicht genannte Quelle dem Magazin. Die Sängerin habe "ein blaues Auge, Blut und Kratzer" davongetragen. Aus Polizeikreisen verlautete, dass die Künstlerin mit dem bürgerlichen Namen Robyn Fenty eine Platzwunde an der Lippe und blaue Flecken im Gesicht hatte. Sie halte sich derzeit an einem "sicheren Ort" auf, sagten Bekannte. Ein für Freitag geplantes Konzert im malaysischen Kuala Lumpur sagte die R&B-Sängerin ab.

Brown muss sich nun wegen krimineller Drohungen am 5. März vor einem Richter in Los Angeles verantworten. Er war am Sonntag nach einem Streit mit dem 20-jährigen Star festgenommen worden. Laut "New York Times" ist er nach Zahlung einer Kaution von 50.000 Dollar auf freiem Fuß.

Rihanna habe "laufenden" Kontakt mit den ermittelnden Beamten, berichtete die "Los Angeles Times". Die Polizei wollte den Fall in dieser Woche der Staatsanwaltschaft übergeben. Möglicherweise kommen auf Brown noch weitere Vorwürfe zu.

Laut Polizeiangaben war das Paar am Sonntag kurz nach Mitternacht in seinem Auto in Streit geraten. Mehrere Augenzeugen hätten die laute und handgreifliche Auseinandersetzung gesehen. Am Sonntagabend sagten beide kurzfristig ihre Teilnahme an der Grammy-Verleihung ab, obwohl sie für die begehrten Musikpreise nominiert waren und sie dort auftreten sollten.

Brown habe den Star-Anwalt Mark Geragos als Verteidiger engagiert, berichtete das "Us Magazine". Einen geplanten Auftritt bei einer Sportveranstaltung in Phoenix am kommenden Sonntag sagte der Sänger bereits ab. Auch finanziell macht sich der Eklat für den Tatverdächtigen bereits bemerkbar: Ein führender Kaugummi-Hersteller zog einen Werbespot mit Brown aus dem Verkehr. Die "schweren Vorwürfe" gegen Brown seien bedenklich, hieß es in einer Mitteilung der Firma Wrigleys. Auch eine seit Herbst laufende Milch-Reklame soll nun nicht mehr verlängert werden.

Brown hatte dem Magazin "Giant" 2007 in einem Interview erzählt, dass er mehrfach zu Hause miterlebt hatte, wie die eigene Mutter von seinem Stiefvater verprügelt wurde. "Er schlug meine Mutter oft, und ich hatte dann immer solche Angst, dass ich in die Hose machen musste." Um sich selbst verteidigen zu können, habe er Kampfsportarten erlernt, sagte Brown in dem Interview und fügte hinzu, dass er den Stiefvater noch heute hasse.

Der Chefredakteur von "Giant", Emil Wilbekin, sagte MTV, dass häusliche Gewalt von Opfern und Augenzeugen manchmal unfreiwillig als Verhaltensmuster übernommen wird. Die Nachricht über Chris Brown sei vor allem deshalb betrüblich, weil der Sänger "ein Vorbild für viele junge Männer ist und außerdem so viele weibliche Fans hat."

ala/dpa



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