Christiane Paul "Statt Disco lieber klassische Musik gehört"

Nett, natürlich und unkompliziert: So wirkt Schauspielerin Christiane Paul in den meisten Rollen. Nun hat die 35-Jährige verraten, dass sie nicht immer beliebt war. In der Schule galt sie als Außenseiterin und Streberin.


München - Christiane Paul hat neben der Schauspielerei nicht nur ihr Medizinstudium durchgezogen - sie war außerdem Botschafterin der Welt-AIDS-Tag-Kampagne in Deutschland, engagiert sich öffentlich für den Klimaschutz und setzt sich gegen Armut und für den Erhalt der biologischen Vielfalt ein. Selbstdisziplin und Ehrgeiz gehören ganz offensichtlich zu den Qualitäten der 35-Jährigen.

Das hat es der gebürtigen Berlinerin in der Schulzeit nicht leicht gemacht. Weil sie viele Dinge verbissen gesehen habe, sei ihr der Stempel einer Streberin aufgedrückt worden, sagte Paul dem Magazin "Focus Schule".

Während ihrer Pubertät war Paul nach eigenen Worten in der Schule eher eine Außenseiterin. "Anstatt in die Disco zu gehen und zu rauchen, habe ich gelesen und klassische Musik gehört", so die 35-Jährige.

Erst in der Oberstufe habe sie sich besser mit anderen verstanden, weil sie dann mit Schülern zusammen gewesen sei, "die die gleichen Interessen hatten", berichtete die Berlinerin, die im Abitur den Traumdurchschnitt von 1,2 erreicht hatte.

Dass ihre Eltern als Ärzte viel gearbeitet haben, hat der Schauspielerin nach eigener Auffassung nicht geschadet: "Dadurch wurde ich früh selbstständig." Sie habe immer das Gefühl gehabt, dass ihre Eltern für sie da gewesen seien, wenn es nötig war. "Ich denke, dass diese Gewissheit für Kinder wichtiger ist als eine ständige körperliche Präsenz der Eltern", betonte die zweifache Mutter.

Paul bekam ein Jahr vor dem Abitur in dem Film "Deutschfieber" (1991) die Hauptrolle als verlorene Tochter. Eine Bewerbung an der Schauspielschule verpasste sie, weil sie einer gleichzeitig stattfindenden Prüfung in Anatomie den Vorzug gab. Trotz der Doppelbelastung durch Studium und Dreharbeiten war sie von 1991 bis 2004 in 26 TV- und Kinofilmen zu sehen, als endgültiger Durchbruch gilt Wolfgang Beckers Sozialdrama "Das Leben ist eine Baustelle" (1996). Nachdem Paul 2004 ihre Approbation als Ärztin erhalten hatte, hängte sie die Medizinerkarriere an den Nagel, um sich voll der Schauspielerei zu widmen.

Paul ist ab 8. Oktober an der Seite von Moritz Bleibtreu in der Verfilmung von Paul Maars Roman "Lippels Traum" im Kino zu sehen.

siu/ddp



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