Tote Wrestlerin Chynas Manager geht von versehentlicher Überdosis aus

Chyna wurde nur 46 Jahre alt. Der Manager der Wrestlerin hat nun Details zu ihrem Tod bekannt gegeben. Ein berühmter Arzt soll ihr Gehirn auf mögliche Verletzungen untersuchen.

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"Es sind 98 Prozent Sicherheit und zwei Prozent Spekulation." So schätzt Anthony Anzaldo, Manager der gestorbenen Wrestlerin Chyna, seine Einschätzung ein. Demnach starb die 46-Jährige an einer versehentlichen Überdosis von Schlaf- und Beruhigungsmitteln.

Anzaldo hatte Chyna vergangene Woche tot in ihrem Apartment aufgefunden. Joan Marie Laurer, so ihr bürgerlicher Name, hatte in der Vergangenheit selbst Drogenprobleme thematisiert.

Sie habe zuletzt versucht, schwierige Erlebnisse aufzuarbeiten, so Anzaldo. "Es war gerade viel los in ihrem Leben, auf emotionaler Ebene", so der Manager. "Aber sie war nicht depressiv. Sie musste einfach viel verarbeiten." Es handle sich seiner Einschätzung nach nicht um einen Suizid. Chyna habe über einen Zeitraum von zwei oder drei Wochen versehentlich zu hohe Dosen der verschriebenen Medikamente eingenommen.

Ab Mitte der Neunziger war Chyna einige Jahre als Wrestlerin erfolgreich, unter anderem mit dem Kampfnamen "Das neunte Weltwunder". Später arbeitete sie als Schauspielerin in Mainstream-Filmen und Pornos. 2001 erreichte ihre Autobiografie die Bestsellerliste der "New York Times".

Auch in mehreren Reality-TV-Formaten wirkte Chyna mit, etwa bei "Celebrity Rehab" - dabei werden Prominente mit Suchtproblemen bei ihrem Entzug in einer Spezialklinik begleitet. Offenbar war nun ein ähnliches Format geplant. Man habe versucht, Chyna einen kostenfreie Entziehung zu ermöglichen, durch einen erneuten Auftritt in einer TV-Sendung. Das wäre der schnellstmögliche Weg gewesen, sagte Anzaldo.

Das Gehirn der früheren Wrestlerin soll von Bennet Omalu untersucht werden - jenem Arzt, der im Film "Concussion" von Will Smith gespielt wird und der die sogenannte chronisch traumatische Enzephalopathie (CTE) erforscht, eine Hirnverletzung, die durch schwere Stöße ausgelöst werden kann. Die Erkrankung lässt sich nur nach dem Tod des Betroffenen nachweisen.

Chyna sei im vergangenen Jahr auch wegen einer Sammelklage gegen die Wrestling-Organisation WWE angesprochen worden, sagte ihr Manager laut "Los Angeles Times". Der Vorwurf: Die WWE habe die Athleten nicht genug gegen mögliche Hirnverletzungen geschützt. China habe sich der Klage aber nicht angeschlossen.

Er gehe davon aus, dass Chyna nicht an CTE litt. Das Ergebnis der Untersuchung solle veröffentlicht werden. "Alles an Chyna", sagte der Manager, "ist öffentlich".

hut/AP



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