Comedy-Star Tina Fey "Mein Baby wird Ihr Baby vernichten!"

Als Doppelgängerin von Sarah Palin wurde sie weltberühmt, jetzt hat Tina Fey ihre Memoiren geschrieben. Darin erzählt die US-Komikerin von Gewichtsproblemen, erörtert die Frage "Stillen oder Instant-Babynahrung?" - und berichtet Verstörendes über Urin in Pappbechern.

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New York - Tina Fey ist ein komödiantisches Multitalent. Sie imitierte Sarah Palin so perfekt, dass die republikanische Vizepräsidentschaftskandidatin im Wahlkampf Autogrammkarten mit der Aufschrift "Ich bin nicht Tina Fey" verteilte. Jahrelang war Fey zentrales Mitglied der US-Kultshow "Saturday Night Live". Seit 2006 brilliert sie in der Serie "30 Rock" selbstironisch als Produktionsleiterin einer Fernsehshow. Und nebenbei spielt sie in Filmen mit.

Auf ihr bewegtes Leben blickt Fey nun in ihren Memoiren "Bossypants" zurück. Der "Guardian" veröffentlichte auf seiner Website in einem Gastbeitrag Feys Auszüge.

Besonders prägnant sind ihre Ausführungen zum Thema des Unterschieds zwischen männlichen und weiblichen Comedians. Die Wahrheit sei, dass die Männer in Becher pinkelten. Und manchmal auch in Einmachgläser. Fey schreibt, sie habe einmal aus dem Büro ihres ehemaligen Chefs ein Buch holen wollen. Auf dem Regalbrett stand ein Pappbecher, den sie habe wegstellen wollen. "Fass das nicht an", habe sie ihr Boss gewarnt - und dann den Becher zusammen mit einigen weiteren genommen und weggeworfen. Eine Freundin habe sie dann später darüber informiert, dass Urin in dem Gefäß gewesen sei. Männliche Kollegen hätten ihre Entrüstung nicht geteilt - sondern zugegeben, sich selbst manchmal den Weg zum Klo zu sparen. Von da an, so Fey, habe sie Becher dieser Art an allen möglichen Orten gesehen.

Vollschlank sein ist wie Pubertät

Ähnlich erhellend sind Feys Ausführungen zum Thema Gewicht. Vor einigen Jahren sei sie sehr, sehr dünn gewesen. Das habe verschiedene Auswirkungen gehabt: Ihr sei immer kalt gewesen. Sie habe manchmal mit einem Kissen zwischen den Beinen schlafen müssen, weil das Aufeinanderprallen ihrer knochigen Kniegelenke sie wachgehalten habe. Und männliche Bekannte hätten ihr auf einmal Aufmerksamkeit geschenkt - und dafür habe sie die Männer gehasst.

Fey kennt auch die andere Seite. Für kurze Zeit sei sie übergewichtig gewesen. Ihre Erinnerungen daran: "Meine Brüste waren größer." Sie habe einmal ein Restaurant beim Nachtisch verlassen, um vor Ladenschluss zum Donut-Shop zu kommen. Beim Bügeln habe sie ihren Bauch mit dem heißen Bügeleisen gestreift. Und männliche Freunde hätten nicht mit ihr auf Dates gehen wollen - und dafür habe sie die Männer gehasst.

Feys Fazit zum Thema Gewicht: eine Weile schlank zu sein - "vorausgesetzt man isst tatsächlich und nimmt keine Pillen oder raucht, um abzunehmen" - sei eine nette Freizeitbeschäftigung. Jeder solle das einmal probieren, "wie ganz kurze Haare". Auch vollschlank zu sein, "vorausgesetzt man bekommt keinen Diabetes", ist laut Fey natürlich und nichts, wofür man sich zu schämen brauche - wie die Pubertät oder die Tatsache, dass man allmählich den Republikanern zuneige.

Muttermilch - das "flüssige Gold"

Fey berichtet auch von ihren persönlichen Niederlagen - etwa dem Versuch, ihr Kind zu stillen. Es gebe viele Empfehlungen, wie lange man stillen solle. Die Weltgesundheitsorganisation empfehle sechs Monate, ein amerikanischer Ärzteverband ein Jahr. Zeitschriften für Mütter zufolge solle man seine Kinder umhegen, bis sie heiraten. Feys Rat: "Sie müssen herausfinden, was für Sie funktioniert." Für sie und ihren kleinen Engel habe die magische Stillzeitperiode 72 Stunden gedauert. Danach sei sie auf Instant-Babynahrung umgestiegen.

Sie habe danach auf das Thema gereizt reagiert, schreibt Fey. Auf einer Party habe ein Vater sein Kleinkind mit abgepumpter Muttermilch gefüttert - die Flasche habe mehr Milch enthalten, als sie selbst insgesamt produziert habe, so die Komikerin. "Dieses Zeug ist flüssiges Gold", habe die andere Mutter gesagt. "Wissen sie, dass es Kinder tatsächlich klüger macht?" Das war offenbar zu viel für Fey. "Legen wir ein Datum fest!", habe sie geschrien. "IQ-Test. In fünf Jahren. Mein Baby wird Ihr Baby vernichten!"

Zum Glück, so Fey, habe sie so viel Kuchen im Mund gehabt, dass niemand sie verstanden habe.

ulz



insgesamt 13 Beiträge
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Seite 1
LeisureSuitLenny 18.04.2011
1. Hübsch und intelligent
Zitat von sysopAls Doppelgängerin von Sarah Palin wurde sie weltberühmt, jetzt hat Tina Fey ihre Memoiren geschrieben. Darin erzählt die US-Komikerin von Gewichtsproblemen, erörtert die Frage "Stillen oder Instant-Babynahrung" - und berichtet Verstörendes über Urin in Pappbechern. http://www.spiegel.de/panorama/leute/0,1518,757708,00.html
Die tolle Rolle in 30Rock sehe ich seit einer Weile. Von der Palin Imitation und den anderen Sachen wusste ich noch nichts. Danke für die Hintergründe!
Prima Volta 18.04.2011
2. .
Zitat von sysopAls Doppelgängerin von Sarah Palin wurde sie weltberühmt, jetzt hat Tina Fey ihre Memoiren geschrieben. Darin erzählt die US-Komikerin von Gewichtsproblemen, erörtert die Frage "Stillen oder Instant-Babynahrung" - und berichtet Verstörendes über Urin in Pappbechern. http://www.spiegel.de/panorama/leute/0,1518,757708,00.html
Eine tolle Frau mit tollem Humor - Mann wünscht sich mehr von dieser Art...
Koda 18.04.2011
3. Buäähh!!! Mir wird schlecht!
---Zitat von sysop;7657259Besonders prägnant sind ihre Ausführungen zum Thema des Unterschieds zwischen männlichen und weiblichen Comedians. Die Wahrheit sei, dass die Männer in Becher pinkelten. [url--- http://www.spiegel.de/panorama/leute/0,1518,757708,00.html[/url] ---Zitatende--- Ich habe ja schon gehört dass manche in die Dusche pinkeln - wird eh weggespült. Aber in Pappbecher? Und das Zeugs dann noch offen rumgammeln lassen? Das stinkt doch nach kurzer Zeit bestialisch - eben wie ´ne Männertoilette in der letzten Hinterhofkneipe.
mats123 18.04.2011
4. Typisch
Das ist primitive Komik. Nichts zum Lachen, nichts Hintergründiges, nichts Tiefgründiges, nichts Intelligentes. Mit Humor hat das auch nichts zu tun, eher mit Gehässigkeit und Hassgefühlen. Reiner Kommerz. Einfach ein paar blöde erfundene Geschichten, wie die vom Pappbecher, und sich dann über jemanden lustig machen oder sagen, man hasse jemanden. Echt schlecht, genauso schlecht wie Extra3 im Dritten oder Urban Priol in seiner Irrenanstalt. Glaubt denn wirklich jemand, Männer würden im Büro im Pappbecher urinieren? Häh? Das sind wohl eher die Phantasien einer Frau, der nichts wirklich Lustiges einfällt. Leute, geht mal bei Dieter Nuhr, Rüdiger Hoffmann, Russell Peters usw. in die Lehre, bevor ihr euch vor einer Kamera verirrt.
Indigo76 18.04.2011
5. ...
Zitat von KodaIch habe ja schon gehört dass manche in die Dusche pinkeln - wird eh weggespült. Aber in Pappbecher? Und das Zeugs dann noch offen rumgammeln lassen? Das stinkt doch nach kurzer Zeit bestialisch - eben wie ´ne Männertoilette in der letzten Hinterhofkneipe.
Das mit der Dusche ist aber eher ein verbreitetes Phänomen bei Frauen. Fragt mal eure Frauen und Freundinnen. Eine Frau, die behauptet, noch nie unter der Dusche gepinkelt zu haben ist in etwa so glaubwürdig wie ein Mann, der behauptet noch niemals onaniert zu haben! Vermutlich liegt es daran, dass es für die Frau so ziemlich die einzige Methode ist, auch mal im stehen zu pinkeln.
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