Erstmals in 68-jähriger Amtszeit Queen Elizabeth will an Geburtstag auf Kanonensalut verzichten

Die königliche Artillerie feuert am Geburtstag von Queen Elizabeth II. traditionell Salutschüsse ab. Am Dienstag soll diese Zeremonie wegen des Coronavirus nicht stattfinden - erstmals seit Jahrzehnten.
Salutschüsse unweit der Londoner Tower Bridge (Archivbild)

Salutschüsse unweit der Londoner Tower Bridge (Archivbild)

Foto: CARL COURT/ AFP

Queen Elizabeth II. feiert am Dienstag ihren 94. Geburtstag. Anlässlich ihres Ehrentages wird die Königin unter normalen Umständen mit Salutschüssen aus Feldhaubitzen geehrt. Doch was ist in Coronazeiten schon normal? In diesem Jahr will sie nach Informationen eines Reporters des Fernsehsenders ITV auf diese Zeremonie verzichten - zum ersten Mal in ihrer 68-jährigen Amtszeit.

Demnach halte die Queen dies aktuell für unangemessen. Die Salutschüsse werden in Großbritannien zu besonderen Anlässen wie Jubiläen oder Geburtstagen abgefeuert.

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"Ihre Majestät war sehr daran interessiert, keine besonderen Maßnahmen zu ergreifen. Auf Salutschüsse soll verzichtet werden, weil sie diese unter den gegenwärtigen Umständen nicht für angemessen hält", zitiert der ITV-Reporter eine Quelle aus dem Buckingham Palace auf Twitter. Man werde den Geburtstag der Queen "in keiner besonderen Weise feiern".

Wie kaum ein anderes Land ist Großbritannien von dem Coronavirus betroffen. Allein am Freitag starben mehr als 800 Menschen infolge einer Infektion. Insgesamt zählt das Land nun mehr als 14.000 Todesopfer. Den Ernst der Lage hat die Queen längst verstanden. Anfang April wandte sie sich in einer ihrer selten TV-Ansprachen ans Volk. Darin versuchte sie, den Menschen Mut zuzusprechen.

Erst die vierte Ansprache dieser Art

"Ich richte mich an Sie in einer Zeit, die, wie ich weiß, zunehmend herausfordernd ist", sagte die Queen. Es gebe einen "Bruch im Leben unseres Landes: ein Bruch, der einigen Leid gebracht hat, vielen finanzielle Schwierigkeiten und enorme Veränderungen im alltäglichen Leben von uns allen".

Abgesehen von den traditionellen Weihnachtsansprachen war es erst die vierte solche Rede des seit 1952 amtierenden britischen Staatsoberhaupts. Zuvor hatte sich Elizabeth II. 2002 beim Tod ihrer Mutter, Queen Mum, sowie vor der Beisetzung Prinzessin Dianas 1997 und während des Golfkriegs 1991 an die Briten gewandt.

bam/Reuters
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