Cyndi Laupers vermasselter Auftritt Nationalhymn...ähhh

In emotionalen Momenten kann man schon mal einen Liedtext vergessen - das passiert sogar Profis wie US-Sängerin Cyndi Lauper. Dumm nur, wenn einem die Worte bei einem öffentlichen Auftritt entfallen. Und bei der Nationalhymne.

AFP

New York - Vielleicht ist es sicherer, demnächst die Nationalhymnen bei Sportereignissen nur noch vom Band abzuspielen. So können sich die Veranstalter vor allzu abgedrehten Interpretationen der Künstler schützen; und den Sängern bleibt die Peinlichkeit erspart, sich als nicht textsicher zu outen.

Wie peinlich das sein kann, musste 2005 Sarah Connor beim Spiel des FC Bayern gegen die Fußball-Nationalmannschaft erfahren. Ihr " Brüh' im Lichte dieses Glückes" ist längst zum Klassiker geworden. Beim Super Bowl im Februar ereilte Christina Aguilera vor mehr als hundert Millionen TV-Zuschauern ein ähnliches Schicksal, wofür die Sängerin reichlich Häme abbekam. Und jetzt vermasselte Cyndi Lauper ihren Auftritt - ausgerechnet in New York und ausgerechnet am zehnten Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2001.

Vor dem Tennis-Halbfinale bei den US Open zwischen Serena Williams und Caroline Wozniacki sollte Lauper "The Star Spangled Banner" singen. Und sie hatte sich Mühe gegeben, möglichst patriotisch rüberzukommen: Vorne auf Laupers Kleid war die Freiheitsstatue zu sehen.

Es half alles nichts: Die 58-Jährige änderte laut "Wall Street Journal" die Hymnenzeile "O'er the ramparts we watch'd, were so gallantly streaming" ("über den Wällen, die wir bewachten, so stattlich wehten") in "O'er the ramparts, we watched as our flag was still streaming" ("Über den Wällen betrachteten wir, wie unsere Fahne immer noch wehte").

Insbesondere von Konservativen erntete Lauper böse Kommentare im Internet. Die Sängerin, die mit Hits wie "Girls Just Want to Have Fun" oder "Time After Time" bekannt wurde, zeigte sich demütig: Sie sei wegen der Erinnerung an den 11. September aus der Fassung geraten, schrieb sie auf Twitter. "Ich hoffe, ich habe keinen zu großen Unsinn gemacht. Ich wollte, dass es tröstlich ist."

Die Reaktionen kamen prompt. "Ein patriotischer Doppelfehler", kalauerte die "New York Daily News" im Tennis-Jargon. Und "Yahoo News" schrieb: "Wir sollten dafür nicht zu hart mit ihr sein." Die viel größere Beleidigung des Patriotismus sei schließlich Laupers Freiheitsstatuenkleid gewesen.

ulz/dpa



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