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Kennedy-Preis: Auszeichnung für David Letterman

Foto: Drew Angerer/ AFP

David Letterman Lästermaul im Künstlerglück

Kalauer sind Kunst, das hat David Letterman jetzt auch offiziell. Das TV-Lästermaul und andere Promis haben einen begehrten Preis erhalten. Dafür durfte sich Letterman launige Sprüche von US-Außenministerin Hillary Clinton anhören - Präsident Barack Obama nahm lieber Musiklegenden auf die Schippe.

Washington - David Letterman hat es geschafft: Die Top-Ten-Listen und Kalauer des TV-Talkers gelten nun auch offiziell als künstlerisch wertvoll. Das Lästermaul wurde am Sonntag mit dem Kennedy-Preis geehrt. Außer Letterman wurden die Band Led Zeppelin, Schauspieler Dustin Hoffman, Bluesmusiker Buddy Guy und die Balletttänzerin Natalia Makarova ausgezeichnet. Die "Kennedy Center Honors" gehören zu den begehrtesten Kunstpreisen der USA. Sie werden Personen verliehen, die die Kultur Amerikas durch Kunst verändert haben.

Das ist Letterman zweifellos gelungen. Bei einem Gala-Dinner für die Geehrten sagte TV-Comedian Stephen Colbert, er sei baff, wie Letterman eine solche Auszeichnung bekommen könne, "nachdem er den Verstand einer ganzen Generation verdorben hat".

Außenministerin Hillary Clinton legte nach: Letterman müsse sich doch fragen, scherzte sie, was er in einer Gruppe talentierter Künstler und Musiker mache. "David und ich haben eine gemeinsame Geschichte", sagte sie. "Ich war schon mehrmals Gast in seiner Show, und wenn Sie Bemerkungen zu meinen Hosenanzügen dazuzählen, bin ich dort mindestens einmal die Woche vertreten."

Auch die Geehrten sorgten für Lacher. Led-Zeppelin-Frontmann Robert Plant sagte, er sei erleichtert zu sehen, dass seine früheren Bandkollegen John Paul Jones und Jimmy Page inzwischen gute Tischmanieren hätten - eine Anspielung auf die wilde Vergangenheit der Gruppe.

Diese sprach auch US-Präsident Barack Obama bei einem Empfang der Preisträger im Weißen Haus an. Er scherzte, als die Band den Rock erobert habe, "gab es verwüstete Hotelzimmer, überhaupt viel Zerstörung". Deshalb finde der Empfang in einem Raum statt, "in dem das Fensterglas zehn Zentimeter dick ist und in allen Ecken Secret-Service-Leute stehen". "Also Jungs, bleibt ruhig. Diese Bilder sind unbezahlbar", fügte Obama mit Wink auf ein Porträt von George Washington hinzu.

Die Preise werden vom nach dem früheren US-Präsidenten John F. Kennedy benannten Zentrum vergeben, einer der größten Kultureinrichtung im Raum Washington. Die Auszeichnungen wurden dieses Jahr zum 35. Mal verliehen. Zu den Preisträgern vergangener Jahre zählen Paul McCartney, Robert De Niro, Bruce Springsteen, Clint Eastwood, Aretha Franklin und Elton John.

ulz/AP/Reuters/AFP
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