Der Fall Diana Dodi, die 30-Tage-Affäre

Dianas ehemaliger Butler Paul Burrell behauptet vor Gericht: Die Prinzessin hätte niemals die Absicht gehabt, Dodi al-Fayed zu heiraten. Laut Burrell soll Diana bis zu ihrem Tod in den Herzchirurgen Hasnan Khan verliebt gewesen sein.


London - Die Wahrheit im Fall Diana liegt im Detail. Jedenfalls wenn man den neusten Ausführungen ihres ehemaligen Butlers glauben soll. Den wertvollen Ring, den Diana kurz vor ihrem Tod vom Sohn des Hotel- und Kaufhausbesitzers Mohammed al-Fayed bekommen habe, sei in den Augen der Prinzessin "kein Verlobungsring, sondern lediglich ein Freundschaftsring" gewesen, sagte Paul Burrell heute bei der gerichtlichen Untersuchung des Unfalltodes des Paares vor dem High Court in London. Die Prinzessin habe den Ring auf dem vierten Finger der rechten Hand getragen und nicht auf dem Ringfinger der linken, was Burrell als deutliches Zeichen ihrer wenig ernsten Absichten wertet. Und damit nicht genug.

Fayed sei für Diana nicht "der Richtige" gewesen, erklärte Burrell auf die Frage eines Anwalts. Als er sich am Telefon mit ihr über den Ring von Dodi unterhielt, sagte sie laut ihrem Diener: "Ich brauche diese Ehe wie Pickel im Gesicht." Einen ähnlichen Satz Dianas hatte in einer vorherigen Anhörung schon ihre damalige Freundin Annabel Goldsmith zu Protokoll gegeben.

Damit widerspricht nun auch Burell besonders den Angaben von Dodis Vater Mohammed al-Fayed, der seit dem Unfalltod seines Sohnes und Dianas im August 1997 behauptet, die beiden seien im Auftrag des britischen Königshauses ermordet worden, das die Prinzessin an der Gründung einer Familie mit einem Muslim hindern wollte. Auch von einer Schwangerschaft Dianas war seitens al-Fayed immer wieder die Rede.

Burrell jedoch beschrieb heute Dianas Romanze mit Fayed lediglich als "30-tägiges Verhältnis". Nach seiner Darstellung hatte die Prinzessin gerade erst ein emotional tiefgehendes Verhältnis mit dem damals in London tätigen pakistanischen Herzchirurgen Hasnat Khan hinter sich und war auch deshalb nicht zu einer neuen Liebesbeziehung bereit.

In Interviews mit den britischen Sonntagszeitungen "The Sunday Telegraph" und "The Mail On Sunday" hatte Kahn sich am Vortag nicht dazu äußern wollen, was die Gründe für das Ende der zweijährigen Beziehung waren.

Auch bei der gerichtlichen Untersuchung zum Tod der Prinzessin werde er nicht aussagen, ließ Khan ausrichten. Er könne nach Auskunft seines Anwalts nicht zu einer Aussage verpflichtet werden, weil er im Ausland lebe, sagte Khan. Der 48-Jährige bat, seine Erklärung von 2004 bei der polizeilichen Untersuchung des Unfalls in Paris solle als seine letzte angesehen werden. "Ich weiß nicht, was ich sonst noch sagen soll."

Paul Burell hingegen scheint im Laufe der Jahre immer mehr zu Diana einzufallen. Was sich durchaus auch auf seinem Bankkonto bemerkbar machte. Mit Büchern und Interviews über seine ehemalige Chefin hat der einstige Hausdiener, der mittlerweile in einer Villa in Florida lebt, Millionen gemacht.

dek/AP/dpa/AFP



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