Designer Valentino Echte Promis feiern virtuelles Museum

Wie feiert man ein virtuelles Museum? Nicht mit einem gepflegten Chat, sondern mit einer echten Party. Eine Promi-Gruppe um Sarah Jessica Parker und Courtney Love hat dem Werk zu Ehren von Valentino, Designer im Ruhestand, einen gebührenden Start beschert.

REUTERS

New York - In der Kunstwelt ist es inzwischen fast Standard: Die großen Museen der Welt bieten digitale Rundgänge an und verschaffen dem Betrachter die Möglichkeit, vom eigenen Sofa aus Gemälde bis zum kleinsten Pinselstrich zu betrachten. Jetzt ist dieser Trend auch in der Modewelt angekommen. Valentino ist ein Museum gewidmet, durch das sich das Lebenswerk des Designers Modeinteressierten künftig rein digital erschließen soll.

Bei der Eröffnungsparty am Donnerstag in New York waren VIPs, Fashionistas und selbstverständlich der große Meister persönlich anwesend, um den interaktiven Rundgang durch Jahrzehnte Modegeschichte zu feiern. Unter anderem gaben sich Sarah Jessica Parker mit Ehemann Matthew Broderick, Courtney Love, Schauspielerin Claire Danes und Stylistin Rachel Zoe die Ehre.

Valentinos Partner Giancarlo Giammetti hatte die Entwicklung des Museums angestoßen und finanziert. "Wir lieben Modemuseen, und wir respektieren ihre Arbeit. Aber bei einem einzigen Designer ist die Frage, wie man sein eigenes Museum macht, und wie man es Jahr für Jahr spannend hält", sagte Giammetti der "New York Times". "Warum dann also nicht moderne Technologie nutzen, um einen Raum ohne Grenzen zu schaffen?" Offenbar war mit der Stadt Rom auch über ein herkömmliches Museum verhandelt worden - erfolglos.

Der Zeitung zufolge kann jeder, der das kostenlose Programm "Valentino Garavani Virtual Museum" auf seinem Computer installiert, mehr als 300 von Valentinos Kreationen anschauen - 360-Grad-Ansicht, Zoomfunktion und Bilder von Promis in den Outfits inklusive. Das soll laut Giametti neben Fans auch Designstudenten den Zugang zum Werk des Modeschöpfers vereinfachen. Der virtuelle Rundgang sieht aus wie ein echtes Museum - mehr als 10.000 virtuelle Quadratmeter, Tausende Fotos, Hunderte Videos.

Bereits am Montag hatte Schauspielerin Anne Hathaway bei einer Zeremonie im Museum of Modern Art als Schirmherrin das Museum eingeweiht. Das Museum sei "die Geburt einer Revolution", sagte die Schauspielerin laut "New York Times". Und nein, sie glaube nicht, dass das eine Übertreibung sei.

Der Modeschöpfer, mit vollem Namen Valentino Garavani, hatte sich 2008 zur Ruhe gesetzt. Seinem Werk ist bereits eine Dokumentation ("The Last Emperor") gewidmet.

ulz



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