Dianas Butler vor Gericht "Ich habe nicht die ganze Wahrheit gesagt"

Ein Video "wie Dynamit": Der ehemalige Butler von Diana, Paul Burrell, soll vor Gericht zum Tod der Prinzessin gelogen haben. Damit riskiert er eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren, mutmaßt die "Sun".


London - Die britische "Sun" veröffentlichte heute ein Video, auf dem Paul Burrell zugibt, vor Gericht unvollständige Aussagen gemacht zu haben. Und damit nicht genug: "Der gerissene Burrell" erkläre darin, wissentlich das Gesetz gebrochen zu haben: "Ich war sehr ungezogen", zitiert das Blatt den Ex-Butler.

Bei seiner Aussage vor dem Obersten Gericht in London habe er Informationen zurückgehalten, sagt Burrell in dem Video. So soll er Details einer äußerst wichtigen Unterhaltung mit Königin Elizabeth II. wenige Monate nach dem tödlichen Unfall der Prinzessin im Jahr 1997 verschwiegen haben. Er habe dabei, so Burrell großmütig, seine persönliche Integrität für die größere Sache geopfert. "Mein Gespräch mit der Queen dauerte drei Stunden. Ich wollte nicht da sitzen und alles, was sie sagte, ausplaudern." Mit dieser Einstellung riskiere Burrell bei einer Verurteilung wegen Meineids bis zu zehn Jahre Haft, so die "Sun". Auch der Prozess könne dadurch behindert werden, hieß es.

Gedreht wurde das Drei-Stunden-Video der "Sun" zufolge in einem New Yorker Hotelzimmer. Der 49-jährige Burrell sitzt auf einem Sofa und trinkt während des Gesprächs Chamapgner. "Denkst Du im Ernst ich würde alles erzählen, was ich weiß? Natürlich nicht!", sagt der Ex-Butler. Und weiter: "Ich habe die Wahrheit gesagt, soweit mir das möglich war - aber ich habe nicht die ganze Wahrheit gesagt." Es sei ihm bewusst, dass man nicht mit der Justiz spielen solle. "Ich weiß auch, dass es illegal ist, und ich bin mir klar darüber, wie ernst es ist."

Burrell hatte vor Gericht behauptet, Prinzessin Diana habe niemals die Absicht gehabt, Dodi al-Fayed zu heiraten, der mit ihr bei dem Unfall ums Leben kam. Fayed sei für sie nicht "der Richtige" gewesen. Burrell selbst wohnt mittlerweile in einer Villa in Florida und hat mit Büchern und Interviews über seine ehemalige Chefin Millionen verdient.

Mit Spannung erwartet wird der heutige Auftritt des Kaufhausmillionärs Mohammed al Fayed vor dem Londoner High Court. Er wird zum Tode von Prinzessin Diana und seinem Sohn Dodi aussagen. Es ist das erste Mal, dass der Besitzer des Londoner Luxuskaufhauses Harrods seine Anschuldigungen gegen das britische Königshaus persönlich vorbringt. Al Fayed glaubt an die unbewiesene These, dass der britische Geheimdienst im Auftrag von Prinz Philip, dem Mann von Königin Elizabeth II., das Paar umgebracht hat. Butler Burrell hatte vor Gericht ausgesagt, er halte es für ausgeschlossen, dass die Königsfamilie hinter dem Unfalltod von Diana stehe.

ala



© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.