Verstorbener Fußballstar Diego Maradonas medizinisches Team muss vor Gericht

Die Staatsanwaltschaft wirft den Ärzten und Pflegern Fehler bei der Behandlung vor: Acht Angeklagten wird in Argentinien wegen Diego Maradonas Tod der Prozess gemacht. Die Hauptverhandlung könnte im kommenden Jahr beginnen.
Ein Wandgemälde in Buenos Aires erinnert an Diego Maradona

Ein Wandgemälde in Buenos Aires erinnert an Diego Maradona

Foto: Rodrigo Abd / AP

Im Zusammenhang mit dem Tod Diego Maradonas müssen sich die Ärzte und Pfleger der argentinischen Fußballlegende wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht verantworten. Der zuständige Richter gab übereinstimmenden Medienberichten zufolge dem Antrag der Staatsanwaltschaft auf Eröffnung einer Hauptverhandlung gegen die Angeklagten statt.

Ein Termin für den Prozessbeginn wurde noch nicht bekannt gegeben, laut dem Portal »Infobae«  könnte er Ende 2023 oder Anfang 2024 starten.

Zu den acht Angeklagten gehören Maradonas Leibarzt Leopoldo Luque, seine Psychiaterin Agustina Cosachov sowie ein Psychologe, ein weiterer Arzt, die medizinische Koordinatorin der Krankenversicherung und drei Pfleger. Nach Einschätzung der Ermittler behandelten sie ihren Patienten falsch und überließen ihn seinem Schicksal. Alle weisen die Vorwürfe zurück. Im Falle einer Verurteilung drohen ihnen Freiheitsstrafen von bis zu 25 Jahren.

Maradona war am 25. November 2020 in einer privaten Wohnanlage nördlich von Buenos Aires im Alter von 60 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben. Wenige Wochen zuvor hatte er sich einer Gehirnoperation unterzogen. Nach Einschätzung der Ermittler waren bei der häuslichen Pflege des gesundheitlich schwer angeschlagenen früheren Spitzensportlers massive Fehler gemacht worden.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version hieß es im Teaser fälschlicherweise, der Prozess werde in Brasilien stattfinden. Tatsächlich handelt es sich um Argentinien. Wir haben die Stelle korrigiert.

bbr/dpa