DMC von Run DMC "Fast jeden Tag geraucht, geschnupft, gesoffen"

"Musik ist ein zwielichtiges, motherfucking Ich-stech-dir-in-den-Rücken-Geschäft": Rap-Ikone DMC hat in einem Interview über seinen Blick auf die Welt geplaudert - und über seine wilde Vergangenheit.

AP

Die großen Pionier-Zeiten des Raps sind lange vorbei, doch so manche Ikone der Gründerzeit erinnert sich an die frühen Jahre offenbar gerne zurück. Darryl McDaniels, eher bekannt als DMC, ist so eine: Dem britischen "Guardian" erläuterte das frühere Mitglied der Hip-Hop-Gruppe Run DMC jetzt recht detailliert seine Sicht auf die Welt, die Musik - und seine Vergangenheit.

"Die Musik ist ein Halsabschneider", sagte er dem Blatt, "ein respektloses, zwielichtes, motherfucking, verlogenes, trügerisches, Ich-stech-dir-in-den-Rücken-Geschäft." Der Vollständigkeit halber ergänzte DMC: "Und das ist nur der gute Teil davon!"

Thema des Gesprächs war die Autobiographie des Musikers mit dem Titel "Ten Ways Not To Commit Suicide" ("Zehn Wege, um keinen Suizid zu begehen"). Über seine wilden Jahre urteilt DMC unter anderem: "Den Großteil meines früheren Lebens habe mich durch fast jeden Tag geraucht, geschnupft und gesoffen."

"Eine Therapie ist das Gangstermäßigste"

Obwohl er katholisch aufgewachsen sei, habe er sich über sein eigenes Seelenheil nie den Kopf zerbrochen - allerdings hätten die Drogen ihn an den Rand des Verkraftbaren gebracht: "Eine Therapie ist das Gangstermäßigste, was man machen kann", sagt er heute.

Run DMC hatte im November 2002 die Auflösung der Gruppe bekanntgegeben, nachdem DJ Jason "Jam Master Jay" Mizell ermordet worden war. Die beiden überlebenden Rap-Pioniere Joseph "Run" Simmons und Darryl "DMC" McDaniels sagten damals: "Niemand will Run und DMC ohne Jay sehen".

Die drei Schulfreunde hatten Run DMC Anfang der Achtzigerjahre im New Yorker Stadtteil Queens gegründet, 1983 veröffentlichten sie ihre erste Single. Gemeinsam brachten sie einen neuartigen Hip-Hop-Stil auf den Weg, der sich nicht mehr nur auf Funk- und Disco-Elemente, sondern auch auf Pop- und Rock-Sounds stützte.

mxw

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